Lot 1191* - A212 Decorative Arts - Donnerstag, 27. März 2025, 13.30 Uhr
ZWEI FAYENCE TROMPE L'OEIL DECKELTERRINEN IN FORM VON ENTEN
Strassburg, Paul Anton Hannong, um 1745–54. Modell von Johann Wilhelm Lanz (1748–54).
Naturalistisch modelliert, nahezu als Paar, der Erpel in buntem Federkleid, die Henne, monochrom, beide fein staffiert und schraffiert. Deckel und Terrine des Erpels gemarkt 12 in Unterglasurblau. Henne mit handschriftlicher Inventarnummer XVI, 312.
H 28 cm, L 37 cm, 35 cm.
Provenienz:
- Collection Nicolier, Paris. (Henne)
- Kunsthandel Christophe Perlès, Paris.
- Privatsammlung, Monaco, bei obigem 1994 erworben.
Literatur:
- U. Pietsch, Sammlung Carabelli. Französische Fayencen des 18. Jahrhunderts, 2009, Abb. 36, 39.
Haarriss im Bauch des Erpels, minime Restaurierungen an beiden Schwanzfederspitzen und Seitenfeder des Erpels.
Schaugerichte gehören zu den reizvollsten Artefakten der Keramikgeschichte. An vorderster Stelle stehen die Strassburger Exemplare, die neben der Höchster Manufaktur, in allerfeinster Form, Geschirre in naturalistischer Tier- oder Gemüseform zu gestalten wussten.
Die gedeckte Tafel in der Zeit des Rokoko, präsentierte ihre Speisen in keramischen Wildschweinköpfen oder allerlei Terrinen in Form wildem und zahmen Geflügels, neben Ziertellern belegt mit Gemüsen aus Fayence, täuschend echt, zum Amusement der geladenen Gäste.
Das berühmte, viele Hundert Teile umfassende Clemenswerther Service für Kurfürst und Erzbischof Clemens August von Köln (1700–1761) gehört mit seinen zahlreichen Schaugerichten und Tierterrinen zu den bedeutendsten Beispielen eines Tafelservices aus Fayence. Eine Fotoaufnahme der Clemenswerther Schlossküche von 1907 vermittelt einen Eindruck von der Fülle und Vielfalt des Services (Bastian, Strasbourg, Bd.I, 2002, S.37).
Für eines der reizvollsten Lustschlösser der Zeit, Favorite bei Rastatt in Baden, im Besitz der Markgräfin Sybilla Augusta von Baden-Baden, wurde eine ganze Serie an prachtvollen Schaugerichten produziert, die im heutigen Museum in der damaligen Schlossküche zu sehen sind (U. Grimm, Favorite, 2010).
Vergleichsstücke: J. D. Ludmann, L'Oeuvre de Hannong, Faiences de Strasbourg et Haguenau, 1975, S. 92 Abb.147 (Strasbourg, Musée des Arts décoratifs); J. Bastian, Strasbourg Faïences et porceleines 1721-1784, Bd. I, 2002, S.44 Abb. 28, 29 (Strasbourg, Musée des Arts décoratifs) .
Schaugerichte gehören zu den reizvollsten Artefakten der Keramikgeschichte. An vorderster Stelle stehen die Strassburger Exemplare, die neben der Höchster Manufaktur, in allerfeinster Form, Geschirre in naturalistischer Tier- oder Gemüseform zu gestalten wussten.
Die gedeckte Tafel in der Zeit des Rokoko, präsentierte ihre Speisen in keramischen Wildschweinköpfen oder allerlei Terrinen in Form wildem und zahmen Geflügels, neben Ziertellern belegt mit Gemüsen aus Fayence, täuschend echt, zum Amusement der geladenen Gäste.
Das berühmte, viele Hundert Teile umfassende Clemenswerther Service für Kurfürst und Erzbischof Clemens August von Köln (1700–1761) gehört mit seinen zahlreichen Schaugerichten und Tierterrinen zu den bedeutendsten Beispielen eines Tafelservices aus Fayence. Eine Fotoaufnahme der Clemenswerther Schlossküche von 1907 vermittelt einen Eindruck von der Fülle und Vielfalt des Services (Bastian, Strasbourg, Bd.I, 2002, S.37).
Für eines der reizvollsten Lustschlösser der Zeit, Favorite bei Rastatt in Baden, im Besitz der Markgräfin Sybilla Augusta von Baden-Baden, wurde eine ganze Serie an prachtvollen Schaugerichten produziert, die im heutigen Museum in der damaligen Schlossküche zu sehen sind (U. Grimm, Favorite, 2010).
Vergleichsstücke: J. D. Ludmann, L'Oeuvre de Hannong, Faiences de Strasbourg et Haguenau, 1975, S. 92 Abb.147 (Strasbourg, Musée des Arts décoratifs); J. Bastian, Strasbourg Faïences et porceleines 1721-1784, Bd. I, 2002, S.44 Abb. 28, 29 (Strasbourg, Musée des Arts décoratifs) .
CHF 40 000 / 60 000 | (€ 41 240 / 61 860)
Verkauft für CHF 50 000 (inkl. Aufgeld)