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Lot 1225* - A186 Möbel & Skulpturen - Donnerstag, 27. September 2018, 10.30 Uhr

GROSSE KAMINPENDULE "URANIE",

Empire, das Modell von J.F. DENIERE (Jean François Denière, tätig bis 1844), das Zifferblattt sign. JANET FABT DES BZES A PARIS (tätig um 1815/30), Paris um 1820/30.
Matt- und glanzvergoldete bzw. teils brünierte Bronze. Stehende Urania in faltenreichem Gewand, mit Zirkel und Fernrohr, neben ihr das rechteckige Uhrgehäuse mit Himmelsglobus auf 4 Sphingen, auf gestuftem Rechteckpostament mit ägyptisierender Szene mit Urania und Gelehrten, im Hintergrund Pyramide und Palme, auf Winkelfüssen. Versilbertes, in vergoldete Schlangenlünette gefasstes Zifferblatt mit römischen Stundenzahlen. 2 feine Zeiger. Ankerwerk mit 1/2-Stundenschlag auf Glocke. Etwas zu überholen.
47x18,5x66 cm.

Provenienz: Privatsammlung, München.

Eine modellogleiche Pendule wurde in unserer Dezember-Auktion 1997 (Katalognr. 1173) verkauft. Eine weitere ist Bestand der Sammlungen des Grand Trianon und abgebildet in: D. Ledoux-Lebard, Le Grand Trianon, Paris 1975; S. 192. Choiselat-Gallien war ein in Paris tätiger Giesser und Ziseleur. 1823 schuf er mehrere Kandelaber, ein Kruzifix und eine Lampe für die Abtei St. Denis. In der Kathedrale von Reims befindet sich die von Choiselat gefertigte Altargarnitur; für die Kirche St. Sulpice in Paris stellte er ein vergoldetes Bronzerelief und 2 Christusstatuen her. Ausserdem besitzt das Musée des Arts décoratifs ein von Choiselat gefertigtes, ziseliertes Bronzerelief mit einer Bacchanal-Szene.

J.F. Denière, der eigentlich Denigner hiess, arbeitete während der Directoire- und Empire-Epoche mit dem berühmten "bronzier" F.T. Matelin zusammen und belieferte mit ihm zunächst vor allem Privatiers und Händler. 1819 erzielten sie anlässlich der Werkausstellung in Paris grosse Erfolge, ihr Unternehmen wurde als "une des plus belles de la capitale" bezeichnet. 1820 wurde die Sozietät aufgelöst. Zu J.F. Denières Kundschaft gehörten der Königshof, die Herzogin de Berry und König Louis-Philippe, der ihn zum Ritter der Ehrenlegion schlug.

Lit.: H. Ottomeyer / P. Pröschel, Vergoldete Bronzen - Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus, München 1986; II, S. 682-686 (biogr. Angaben).

CHF 6 000 / 10 000 | (€ 6 190 / 10 310)

Verkauft für CHF 13 100 (inkl. Aufgeld)