Sie haben noch kein Login?

Klicken Sie hier um sich zu registrieren »


Wenn Sie bereits registriert sind - Login:




Lot 1080 - A192 Decorative Arts - Donnerstag, 18. Juni 2020, 14.00 Uhr

SELTENES MODELL EINES EISVOGELS

Meissen, um 1735–39. Modell von Johann Joachim Kändler für das Japanische Palais in Dresden.
Auf einem hohen Felssockel mit Moos, Blättern und seegrünem Schilf appliziert. Sein Gefieder staffiert in Grün mit hell geschuppter Partie an Kopf und Rumpf, die Flügel gehöht in Schwarz und Blau, der Bauch schraffiert in Braun, die Krallen in Eisenrot. Ohne Marke. Spuren einer handschriftlichen Inventarnummer in Schwarz auf der Unterseite.
H 23 cm.

Ergänzter Schnabel geklebt, Blätter am Fels zum Teil restauriert und ergänzt, Blätter und Schilf zum Teil bestossen.

Provenienz:
Schweizer Privatsammlung.

In der Galerie des Japanischen Palais, dessen Umgestaltung 1730 durch August den Starken (1670–1733) in Auftrag gegeben wurde, sollte die berühmte Meissener Menagerie mit lebensgrossen Tierplastiken präsentiert werden.

Es sind nur wenige kleinere Modelle, wie die des Eisvogels, den man auf einer Arbeitsliste von 1735 für das Japanische Palais findet: „12. Ein Eis Vogel poussiret Wie er auf einem kleinen Stein Klipgen sitzet daran etwas Blätter Werk gewachsen ist“.
Von diesem seltenen Vogelmodell wurden 1736 nur vier Exemplare an das Japanische Palais ausgeliefert. Im Inventar von 1770 finden sich sogar nur noch zwei Exemplare (Johanneumsnummer N=353-w), welche auch nach und nach aus dem Inventar gelöscht wurden mit dem Vermerk 'sind beim Putzen zerbrochen worden' (Samuel Wittwer, Die Galerie der Meissener Tiere. Die Menagerie August des Starken für das Japanische Palais in Dresden, München, 2006, S. 318).

Vergleichsstücke: Metropolitan Museum New York, Collection Mr and Mrs Charles Wrightsman (1976.155.122); Collection Sir Gawaine & Lady Baillie, Auktion Sotheby's London, 1.5. 2013, Lot 11.

CHF 3 000 / 5 000 | (€ 3 090 / 5 150)

Verkauft für CHF 22 260 (inkl. Aufgeld)