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Lot 1663 ♣ - S20 Seltene Privatsammlung historischer Bestecke - Donnerstag, 21. März 2024, 10.00 Uhr

ZWEITEILIGES BESTECK MIT MESSER UND GABEL SOWIE FUTTERAL

Süddeutsch, 2. Hälfte 17. Jh. Das Futteral mit Akronym WGW und datiert 1618.
Beide Griffe vollplastisch figural gestaltet in Elfenbein. In der unteren Hälfte ein Kapitell tragender Putto, darauf jeweils zwei miteinander rangelnde Putten. Vergoldete glatte Griffzwingen. Der Klingenkropf profiliert gegliedert. Mittelspitze Klinge. Forke mit zwei Zinken, Kropf balusterförmig gegliedert. Assortierte fächerförmig gegliederte Holzscheide, umlaufend mit feiner Reliefschnitzerei, Darstellungen mit den 12 Aposteln. Öse geschnitzt in Form eines bärtigen Männerkopfes. Spitze sowie Mundblech in Silber. Datiert 1618 sowie mit Akronym WGW (Abkürzung wohl "Wie Gott will").
L Köcher 21 cm, Messer 21,4 cm, Gabel 19,6 cm.

Geringe Abnutzungen an den Griffen, der Messergriff mit Rissen. Klinge und Forke stark korrodiert. Mundblech und Spitze der Scheide lose.

Vgl. auf dem oberen Teil des Gabelgriffs für eine vergleichbare Putti-Kampfszene, jedoch auf einfacherem Postament ohne einen weiteren Putto als Trägerfigur: Klaus Marquardt. Europäisches Essbesteck aus acht Jahrhunderten. Stuttgart, 1997 S. 125, Abb. 394. Eine verwandte Darstellung rangelnder Putti, geschnitzt aus Elfenbein und als deutsche Arbeit der 2. Hälfte des 17. Jhs. klassifiziert, aus der ehem. Egloffsteinschen Sammlung wird von der Wartburg-Stiftung in Thüringen verwahrt (Inv.-Nr. WSE Kat. Amme 138a).

Vgl. für eine ähnliche Scheide mit der Darstellung der 12 Aposteln und mit dem Monogramm WGW aus der Hollander Sammlung: Musée d’Art et d’Histoire de Nice. Couverts de l’art gothique à l’art nouveau, Collection Jacques Hollander. Nizza, 1994. S. 47, Abb. 47. bzw. Gertrud Benker. Alte Bestecke, ein Beitrag zur Geschichte der Tischkultur. München, 1978, S. 80, Abb. 113. Das Akronym WGW (Wie Gott will) verweist laut Autoren auf die Eheverbindung hin. Das Besteck dient in diesem Fall als Hochzeitsgeschenk.

Für dieses Objekt liegt eine Handelsgenehmigung für den EU-Raum vor. Aufgrund der Verwendung artengeschützter Materialien darf dieses Objekt den EU-Raum nicht verlassen.

Das Armband besteht aus einer artengeschützten Tierart. Wenn wir die Uhr für den Käufer exportieren, müssen wir vorher das Armband entfernen. Dieses wird für 1 Jahr bei uns aufbewahrt.

CHF 2 000 / 3 000 | (€ 2 060 / 3 090)

Verkauft für CHF 5 625 (inkl. Aufgeld)