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Lot 1082 - A140 Möbel, Porzellan & Dekoration - Donnerstag, 22. März 2007, 10.00 Uhr

KONSOLE,

Régence, wohl nach Vorlagen von F. CUVILLIES (François Cuvilliés, 1695-1768), München um 1730.
Holz durchbrochen und ausserordentlich fein beschnitzt mit Maskaronen, Kartuschen, Blumen, Blättern und Zierfries sowie vergoldet. Geschweifte, mehrfach profilierte "Griotte Rouge"-Platte auf durchbrochener Zarge mit durch Steg verbundenen Volutenstützen, auf späterer Sockelplatte. 158x51x94 cm.

Provenienz: Château de Vincy, Westschweiz. Feine Konsole von perfekter Qualität und Eleganz, welche die eigenständige Formensprache der bayerischen Hofkunst offenbart. Das Münchner Rokoko orientierte sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert fast ausschliesslich an Pariser Hofmöbeln. Es ist daher nicht erstaunlich, dass zahlreiche Prunkmöbel der Münchner Residenz, das Werk der französischen Meister wie C. Cressent, A.B. Gaudreaux, B. Van Risenburgh, P. Migeon und P.F. Carel waren. Mit Vorlagen und Zeichnungen des Wallonen F. Cuvilliés, der ab 1716 für das Münchner Baubüro tätig war, erlebte die bayrische Metropole einen künstlerischen Höhepunkt, dessen Erzeugnisse durch neue Formgebung und Dekoration den Pariser Werken in nichts nachstanden. Die Möbel, ursprünglich als Teile einer gesamten Raumausstattung konzipiert, zeichnen sich durch grosszügige, elegante Formgebung und ausserordentlich kräftige, naturalistische Schnitzerei aus. Die ausserordentlich markante Formgebung mit den beeindruckenden Volutenstützen mit floralen Motiven finden sich mehrfach in den Entwürfen von Cuvilliés. Sie sind auch Elemente einer Prunkkonsole aus den 1730er Jahren, die wohl von W. Miroffsky gefertigt wurde und heute Bestand der Münchner Residenz ist. Verschiedene Kommoden - im erzbischöflichen Palais in München, im Metropolitan Museum in New York und in der Münchner Residenz - weisen sehr ähnliche oder analoge Elemente auf. Es erscheint deshalb sinnvoll, die hier angebotene Konsole in die 1730er Jahre zu datieren. Zudem offenbart sie aufgrund ihrer raffinierten Konstruktion mit der markanten Sockelplatte die ausserordentlich innovative Formensprache des F. Cuvilliés, der sich von der klassischen Form des Wandtisches löste und eine neue Form kreierte. Lit.: H. Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels - Spätbarock und Rokoko, München 1970; II, S. 168-182 (Abb. 434 und 435, die Konsolen aus New York und München). B. Langer / A. von Württemberg, Die Residenz München II - die deutschen Möbel des 16. bis 18. Jahrhunderts, München 1996; S. 139f. (die erwähnte Prunkkonsole) und S. 155-159 (die Münchner Konsolen).

CHF 25 000 / 45 000 | (€ 25 770 / 46 390)

Verkauft für CHF 60 000 (inkl. Aufgeld)