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Lot 1282 - A142 Möbel, Porzellan & Dekoration - Donnerstag, 20. September 2007, 10.00 Uhr

FOLGE VON 8 STÜHLEN,

spätes Empire, sign. I.V. RAAB (Johann Valentin Raab, 1777-1839), Frankfurt, 19. Jh.
Holz kanneliert und ausserordentlich reich beschnitzt mit Blumen, Kartuschen, Blättern und Zierfries sowie vergoldet. Trapezförmiger Sitz "à chassis" auf gerader Zarge mit vorderen Säulen- und hinteren Säbelbeinen. Eingerollte Rückenlehne mit frei stehendem Querbaluster. Roter Seidenbezug mit Empiremuster, 2 Stühle mit defektem, blassgelbem Seidenbezug. Etwas zu überholen. 49x41x45x81 cm.

Provenienz: Privatsammlung, Brissago. J.V. Raab war Sohn eines Schreinermeisters. Als er sich 1806 zur Meisterprüfung anmeldete, beantragte er zusammen mit dem Tischler P.F. Ditmar, anstelle des üblichen Schreibmöbels ein anderes, "modernes" Stück anfertigen zu dürfen. Die Zunft ging darauf ein und beschloss im Zuge dieser Änderung, dass jeder Ebenist künftig zugleich mit dem Möbel seinen Entwurf vorzulegen hätte. Die Werke von Ditmar und Raab offenbaren sehr schön den französischen Einfluss, der auch anhand der in Deutschland kaum anzutreffenden Signatur mit einem Schlagstempel zu erkennen ist. Die beiden erhielten den bedeutenden Auftrag, in Zusammenarbeit mit dem Entwerfer N.A.. Salin die Möblierung des Würzburger Schlosses zu fertigen, um das bereits in einer ersten Etappe erworbene Pariser Mobiliar - hergestellt von H. Jacob, A.N. Lesage und anderen bedeutenden Ebenisten der französischen Metropole - zu ergänzen. J.V. Raabs Werke bestachen durch eine vorzügliche Ausarbeitung und Vollendung, in welcher eine eigenständige "deutsche" Formensprache des Empire und Biedermeier zur Geltung kommt. Lit.: H. Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels - Klassizismus, Historismus, Jugendstil, München 1973; III, S. 80f. (biogr. Angaben).

CHF 7 000 / 12 000 | (€ 7 220 / 12 370)

Verkauft für CHF 78 000 (inkl. Aufgeld)