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GUIGNARD, ROLAND

* 8.4.1917 AARAU, † 13.1.2004 ROMBACH

Maler, Grafiker und Illustrator. Kunst am Bau. Zeichenlehrer in Aarau.

Aufgewachsen in Aarau als Sohn eines aus der Romandie stammenden Arztes und einer englischen Pianistin. 1933–37 an der Kunstgewerbeschule Zürich in der Grafikklasse von Ernst Keller. 1935 erster Preis beim Wandbildwettbewerb für den Kindergarten Freihof in Aarau. 1937–38 in Paris, Kurse an der Académie Ranson. Weitgehend autodidaktische Aneignung der Maltechniken. Wichtig ist die Begegnung mit dem Maler Georges-Henry Dessouslavy. Illustrationen, 1938 zu Dickens’ Oliver Twist. 1939 drei Wandbilder im Pharmazeutikpavillon der Landesausstellung in Zürich. 1941–1962 Zeichenlehrer an der Töchterschule und am Lehrerinnenseminar Aarau.

Nach 1945 zahlreiche Studienreisen und Aufenthalte im Ausland, vor allem im Mittelmeerraum. Ab Mitte der fünfziger Jahre Aufträge für Wandbilder, Glasmalereien und Mosaiken. 1971 Bezug des Atelierhauses im Rombachtäli am Stadtrand von Aarau. 1976 Reise in die USA, in den achtziger und neunziger Jahren Reisen nach Japan; 1992 Ausstellung in Tokio und Osaka. 1967 und 1980 Ausstellungen im Aargauer Kunsthaus Aarau, 1989 in Neuenburg, 1996 in Reutlingen (D); 2007–08 Gedächtnisausstellung im Aargauer Kunsthaus Aarau.

Bezeichnend für die Biographie wie für das Werk Guignards ist das Spannungsverhältnis zwischen Aufbruch und Beharren, zwischen urbaner Weltläufigkeit und Traditionsbewusstsein, und sein Schaffen ist, indem es sie zum Ausgleich zu bringen sucht, zugleich Ausdruck dieser Spannungen. Früh findet Guignard unter dem Eindruck der Malerei von Dessouslavy und Auberjonois in Motiven vom Pferderennplatz zu eigenständigen, dezidiert rhythmisierten Kompositionen. Die Einengung durch Aktivdienst und Brotberuf ebenso wie die ländlich-naturalistische Thematik seiner Malerei der vierziger Jahre führen zunächst in eine künstlerische Krise.

Charakteristisch für Guignard ist in der Folge die bedächtige, nie sprunghafte Entwicklung, begünstigt seit den fünfziger Jahren durch Aufträge im Zusammenhang mit der zunehmenden öffentlichen Bautätigkeit. Mosaiken für Backsteinfassaden und die 3 auf 16,5 Meter messende Glasbetonwand in der reformierten Kirche Dulliken (1960) zwingen zu Vereinfachung und Geometrisierung der Formen. Die Tafelbilder mit Stillleben und mediterraner Stadtarchitektur sind, auch in den verhaltenen, subtil nuancierten Farben, kubistisch inspiriert. Guignard gibt die Raumillusion zugunsten eines facettenartigen Gefüges unregelmässiger Rechteckflächen auf; der Ölfarbe beigemischter Sand vermittelt die haptische Qualität alter Gemäuer.

Im Glasfensterzyklus für die Stadtkirche Aarau (1968–1970) vollzieht Guignard, entsprechend der abstrakten Thematik der Bitten des Vaterunsers, endgültig den für viele seiner Generation noch gewagten Schritt in die Ungegenständlichkeit. Der Auftrag für Wandbilder im Armeemotorfahrzeugpark Othmarsingen führt zu einem technoiden Formenvokabular. In der Acrylmalerei und in den sie begleitenden Lithografien verschwinden die malerischen Partien zusehends zugunsten präzis gegeneinander abgegrenzter oder sich überschneidender, farblich homogener Flächen, ergänzt durch exakt gezogene Liniensysteme. Die komplexen und doch geometrisch klaren Kompositionen entspringen weniger rationalem Kalkül als der Sensibilität für musikalische Rhythmik und der meditativ-spielerischen Suche nach einem heiteren «équilibre». Zu Studienzwecken arbeitet Guignard mit verschiebbaren farbigen Papieren; daraus entstehen in der Folge Collagen und in den achtziger Jahren Holz- und Kunststoffreliefs, die in fast industrieller Glätte alles Handschriftliche ausschliessen und neben Weiss nur noch eine stark reduzierte Farbigkeit zulassen. 

SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz

Uli Däster, 2007 https://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4002328



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ÜBER ALFRED SISLEY

Geboren 1839 in Paris als Sohn eines englischen Kaufmanns, kam Sisley früh mit der englischen Landschaftsmalerei in Berührung. Nach seiner Rückkehr nach Paris begann er 1862 seine Ausbildung im Atelier von Charles Gleyre, wo er Monet, Renoir und Bazille kennenlernte. Gemeinsam arbeiteten sie im Freien, insbesondere im Wald von Fontainebleau. Während Sisleys frühe Werke noch von dunklen Farbtönen und dem Einfluss Corots und Courbets geprägt sind, wendet er sich ab etwa 1870 zunehmend dem Impressionismus zu. Seine Palette hellt sich auf, der Pinselstrich wird freier.

Nach dem Verlust des Familienvermögens während des Deutsch-Französischen Krieges wird Sisley vom Kunsthändler Paul Durand-Ruel unterstützt. Er beteiligt sich an mehreren Impressionisten-Ausstellungen, bleibt jedoch zu Lebzeiten von der Kritik weitgehend unbeachtet. Erst nach seinem Tod 1899 erfährt sein Werk grosse Anerkennung. Heute gilt Sisley als einer der bedeutendsten Landschaftsmaler des Impressionismus.

Alfred Sisleys Werk zeichnet sich durch ein feines Gespür für Bildraum, Komposition sowie das subtile Zusammenspiel von Licht und Schatten aus. In dem beschriebenen Gemälde führt er den Betrachter an den Rand eines Waldes nahe eines kleinen Dorfes in der Île-de-France. Anstatt den Blick in die Tiefe des Raums zu lenken, konzentriert Sisley die Komposition auf das leicht ansteigende Gelände am Waldrand. Der Blick folgt dem unebenen Boden mit Grasflächen und Büschen, dem feinen Schattenspiel der noch kahlen Bäume und gelangt schliesslich zu einem am Wegesrand aufgeschichteten Heuschober. Die differenzierte Wiedergabe von Vegetation sowie die helle, sensible Farbpalette verleihen der Szene eine ruhige, atmosphärische Präsenz.



Werke von Alfred Sisley, die erfolgreich bei Koller Auktionen verkauft wurden


Lot 3084 - Z28 Schweizer Kunst - Donnerstag 24 Juni 2010, 14.00 Uhr

ROLAND GUIGNARD

(1917 Aarau 2004)
Hafenszene.
Gouache auf Papier.
Unten links signiert: Guignard.
69 x 99 cm.

CHF 1 000 / 2 000 | (€ 1 030 / 2 060)

Verkauft für CHF 1 320 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr.

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