Lot 3488* - A199 PostWar & Contemporary - Donnerstag, 02. Dezember 2021, 16.00 Uhr

KRIS MARTIN

(Kortrijk 1972 - lebt und arbeitet in Mullem)
The End. 2006.
Spiegel mit Folie.
200 × 300 cm. Mit Künstlerrahmen.

Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Vom heutigen Besitzer direkt beim Künstler erworben, seitdem Sammlung Deutschland.

Der 1972 geborene Belgier Kris Martin ist mit seinem abwechslungsreichen Œuvre von Zeichnungen, Skulpturen, Installationen und Fotografien einer der einflussreichsten Künstler der zeitgenössischen Konzeptkunst, die in Belgien eine lange Tradition hat. Mit der Teilnahme an der 4. Berlin Biennale 2006 wird die Arbeit von Kris Martin einem grösseren, internationalen Kunstpublikum zugänglich gemacht und die 2007 folgende Präsentation am P.S.1 in New York festigt sein Renommé.

Martin beschäftigt sich in seinem Œuvre mit der menschlichen Existenz und deren Widersprüchlichkeiten, indem er mit Poesie, Witz und Humor aber auch mit Vehemenz Situationen analysiert. Er greift dabei oft auf bekannte Materialien zurück, die er teils verändert, so dass das Bewusstsein des Betrachters herausgefordert wird.

Das vorliegende, grossformatige Werk ist ein Spiegel mit der spiegelverkehrten Schrift „The End“ – eine Floskel, die wir aus dem Kino, aus Büchern, usw. kennen. Als Betrachter werden wir Teil dieser Arbeit, denn wir sehen uns ja im Spiegel. Geschickt spielt Martin aber mit der Wahrnehmung, denn während sich der Betrachter spiegelt, ist die Schrift zwar spiegelverkehrt, bleibt aber statisch. Mit jeder Bewegung verändert sich das Bild des Beobachters, aber die Schrift entzieht sich dieser Veränderung vollkommen. Diese Erkenntnis überrascht, denn erfahrungsgemäss erwarten wir es anders.
"The End" ist eine existentielle Frage, die der Künstler mit dieser Arbeit stellt, gibt dem Betrachter aber Spielraum, und fordert ihn somit gleichzeitig auf, sich dieser Endgültigkeit nicht hinzugeben, sondern sein Leben zu hinterfragen.

CHF 15 000 / 25 000

€ 14 020 / 23 360