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Lot 3232* - Z22 Impressionismus & Moderne - Sonntag, 22. Juli 2007, 17.00 Uhr

MAX LIEBERMANN

(1847 Berlin 1935)
Der Nutzgarten vor dem Landhaus des Künstlers nach Norden. 1927.
Öl auf Leinwand.
Unten links signiert: M. Liebermann.
50 x 70 cm.

Gutachten: Prof. Dr. Matthias Eberle, Berlin, 19. Februar 2000. Provenienz: - Privatsammlung, Deutschland. Prof. Dr. Eberle zufolge lässt sich das Entstehungsjahr des Gemäldes aufgrund des "breiten" Farbauftrags zeitlich eingrenzen. Liebermann malte nur wenige Bilder in diesem Pinselduktus. Zwei dem vorliegenden Gemälde ähnliche Bilder stammen aus dem Jahre 1927 und können zum Vergleich herangezogen werden. Beide tragen den Titel "Der Nutzgarten nach Osten" (im Werkverzeichnis nachzuschlagen unter der Nummer 1927/10, bzw. 1927/11) und geben jeweils die Sicht nach Osten auf das Landhaus des Malers wieder. Motiv und Pinselschrift decken sich nahezu in allen drei Bildern, was die Annahme der Datierung des vorliegenden Gemäldes auf "Sommer 1927" bestärkt. Das vorliegende Gemälde wurde in den Nachtrag zum Werkverzeichnis unter der Nummer 1927/11a aufgenommen. Max Liebermann, der wichtigste Vertreter des deutschen Impressionismus, hat bereits sehr früh die Künstlergruppe um Monet, Pissarro und Sisley kennengelernt. Bereits 1873 kam Liebermann für fünf Jahre nach Paris, ein Jahr bevor die erste Gruppenausstellung der französischen Impressinisten stattfand. Auch wenn sich Liebermann vorerst für die Landschaftsmalerei der Ecole de Barbizon interessiert, beobachtet er gleichzeitig die Künstlerszene rund um Monet. In einem Punkt kommt der späte Liebermann seinem grossen Vorbild Monet sehr nahe. Monets berühmter und vielzitierter Ausspruch "Das Motiv ist in meiner Malerei zweitrangig" führt beim Meister der französischen Pleinair-Malerei zu seinen berühmten motivischen Serien (Die Serie der Heuhaufen bei Giverny, die Serie der Westfassade der Kathedrale von Rouen oder die Serien der Seerosenteich-Motive, als Beispiele) finden auch bei Liebermann in seiner reifsten Zeit ihren Niederschlag. So wie Claude Monet in seinem Spätwerk seinen Garten und den Seerosenteich in Giverny zur ständigen Inspirationsquelle seiner Motivwahl nimmt, so ist auch bei Liebermann der Ziergarten, die Blumenterasse sowie der Nutzgarten seines Landhauses in Wannsee motivischer Dreh- und Angelpunkt für eine grosse Serie von Gartenbildern. Im Jahre 1909 hatte Liebermann das Grundstück am Wannsee, mit Villa und Gartenhaus, erworben. Genau wie Monet in Giverny, konnte Liebermann, nachdem er über Jahre hinweg, von Fachleuten beraten, die Gartenanlage kontinuierlich ausbauten liess, etwa ab 1914 von seinem eigenen "Freiluftatelier" profitieren. Reinald Eckert hat im Jahre 1994 einen Rekonstruktionsplan des Gartens in Wannsee (Zustand um 1927) vorgelegt (Vergl. Matthias Eberle, Liebermann Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien 1900 - 1935, Band II, Hirmer München 1996, Seiten 1250 und 1251). Die meisten dieser Gartenbilder entstehen in den 20ger Jahren 1927 und werden im Duktus immer offener und freier. Zum vorliegenden Werk: Die lockere Pinselführung und das verspielt auf Boden und Pflanzen auftreffende Licht zeigen, wie meisterhaft Liebermann die impressinistische Sehweise in seiner Malerei umsetzen kann. Spannungsvoll auch der Kontrast zwischen der skizzenhaft angedeuteten Architektur des Landhauses und der im Licht vibrierenden Gräser, Blätter und Sträuche.

CHF 450 000 / 600 000 | (€ 463 920 / 618 560)

Verkauft für CHF 534 000 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr