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MAURICE DENIS
Bacchanale, esquisse 3. 1920.
Öl auf Karton. 36,7 × 55,8 cm.
Schätzung: CHF 5 000/8 000
Auktion am 3. Dezember 2021
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Als Maurice Denis 1920 «La Bacchanale du Tigre Royal» malte, befand er sich an einem Wendepunkt in seinem persönlichen und beruflichen Leben. Seine geliebte Frau Marthe, mit der er 26 Jahre verheiratet war, starb im Jahr zuvor. Auch seine künstlerische Laufbahn schlug eine neue Richtung ein. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Denis' Werk von der Wandmalerei dominiert. Als gläubiger Katholik war er 1919 Mitbegründer der Ateliers de l'Art Sacré zur Förderung der christlichen Kunst und bildete zu diesem Zweck Künstler und Handwerker aus. Die Gruppe führte hauptsächlich Wandmalereien und Glasmalereien für Kirchen aus, von denen viele im Krieg beschädigt worden waren. Bereits 1916 hatte Denis das «höchste Ziel der Malerei, das grosse dekorative Wandbild» ins Auge gefasst. Bis zu seinem Lebensende schuf er zwanzig Wandgemälde und zahlreiche grossformatige Leinwände, darunter «La Bacchanale».

MAURICE DENIS
Ein Gemälde aus Denis' Nabis-Zeit:
La barque d'Urien. 1893.

Öl auf Leinwand. 21 × 31 cm.
Verkauft für CHF 53 000 im Juli 2021
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EDOUARD VUILLARD
Femme devant un vitrage. Um 1891.
Öl auf Karton auf Holz. 19,3 × 17,2 cm.
Verkauft für 317 000 im Juli 2021
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1920 war Denis bereits seit dreissig Jahren beruflich tätig und stand kurz vor seiner erfolgreichsten Zeit als Künstler. Als junger Mann gehörte er zusammen mit seinen ehemaligen Klassenkameraden Pierre Bonnard und Edouard Vuillard sowie Félix Vallotton und Paul Sérusier zur Künstlergruppe der Nabis. Im Jahr 1890, im Alter von neunzehn Jahren, schrieb Denis einen Artikel, der zum Manifest der Bewegung wurde. Das einleitende Zitat wird oft als Ausgangspunkt der Moderne und als vorausschauende Definition der Abstraktion zitiert: «Erinnern Sie sich daran, dass ein Gemälde, bevor es ein Schlachtross, ein weiblicher Akt oder eine Art Anekdote wird, im Grunde eine flache Oberfläche ist, die mit Farben in einer bestimmten Anordnung bedeckt ist».


Denis hat sein ganzes Leben lang weiter über Kunst theoretisiert und geschrieben – seine Korrespondenz und seine Essays umfassen mehr als 15 000 Dokumente – und obwohl er nach der Nabi-Zeit verschiedene Stile durchlief, darunter den Symbolismus und den Neoklassizismus, blieb er dem Konzept der Malerei als eine Aneinanderreihung von Farbfeldern treu. Dies zeigt sich in der Studie für das «Bacchanale», die in unserer Auktion im Juni 2005 versteigert wurde und in der die Anordnung der Farben er an seine Werke aus der Nabis-Periode erinnert. Die in unserer Dezember-Auktion angebotene Studie ist näher am fertigen Werk, im neoklassizistischen Stil, in dem Denis damals arbeitete¸ aber mit einem Spiel von Licht und Schatten, welches die Zusammenstellung der Farben «in einer bestimmten Anordnung» klar definiert.


Die «Bacchanale» war ein Auftragswerk für die 1888 gegründete Luxus-Pelzboutique «Le Tigre Royal», die sich in der Genfer Edel-Einkaufsstrasse Rue du Rhône befand. Besonders bekannt wurde das «Tigre Royal» ab Ende der 1960er Jahre unter dem Haute Couturier Max Reby, dessen Pelzkreationen auch heute noch sehr begehrt sind. Das Originalgemälde befindet sich heute im Artizon Museum (Ishibashi Foundation) in Tokio.



Alle Kataloge unserer kommenden Auktionen können Sie hier einsehen:

Kataloge

MAURICE DENIS
Studie zur Bacchanale. 1920.
Öl auf Karton. 29 × 42 cm.
Verkauft für CHF 22 000 im Juni 2005
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WERBUNG FÜR DAS «TIGRE ROYAL»
Mit einer Nerzstola von Max Reby.
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