Lot 3206* - Z34 Impressionismus & Klassische Moderne - Freitag, 21. Juni 2013, 16.00 Uhr

PICABIA, FRANCIS

(1879 Paris 1953)
Bord du Loing, Moret. 1902.
Öl auf Holz.
Unten rechts signiert und datiert: Picabia 1902.
23 x 32 cm.

Die Authentizität des Werkes wurde von dem "Comité Picabia" bestätigt, Paris, 17. April 2012. Das Werk wird in den in Vorbereitung befindlichen Catalogue Raisonné de l'Oeuvre de Francis Picabia, bearbeitet von Pierre Calte, unter der Nummer 3235 aufgenommen. Provenienz: Privatsammlung Frankreich. Der in den 1860er Jahren in Paris u.a. von Claude Monet, Camille Pissarro, Auguste Renoir und Alfred Sisley entwickelte Impressionismus wird Anfang des 20. Jahrhunderts von einer jüngeren Künstlergenerationen tradiert und weiterentwickelt. Sammler aus der ganzen Welt reissen sich nun um die Werke der modernen französischen Malerei; und auch in der Schweiz erliegen in dieser Zeit berühmte Privatsammler wie Emil Bührle, das Ehepaar Hahnloser und Oskar Reinhardt ihrem Zauber. Die erste der nicht wenigen Perioden des vielseitigen Schaffens Picabias ist die vom Impressionismus beeinflusste zu Beginn seiner malerischen Tätigkeit. Er absolviert 1894-97 ein Studium an der renommierten École Supérieure des Arts Décoratifs in Paris und vertieft später bei Ferdinand Humbert seine künstlerische Ausbildung. 1899 debütiert er mit einer Landschaft beim Salon des Artistes Français, und vier Jahre später stellt er sowohl beim Salon des Indépendants wie beim Salon d´Automne impressionistische Landschaften aus. Anregungen hierzu hat Picabia beim Werk Alfred Sisleys sowie Camille Pissaros erhalten, mit dessen Sohn Manzana er befreundet ist. Bei Humbert sollte der junge Maler aber auch auf seinen Mitstudenten Georges Braque treffen, der später gemeinsam mit Pablo Picasso den Kubismus entwickelt. Picabia bricht 1909 mit dem Impressionismus - sehr zum Leidwesen seines Galeristen, der dessen Bilder exzellent hatte verkaufen können - und zählte in den nachfolgenden Jahrzehnten gemeinsam mit seinen langjährigen Freunden Man Ray und Marcel Duchamp zu den Vorreitern des Dadaismus. Die vorliegende, 1902 geschaffene Ansicht des Loing-Ufers, ist eine sehr beliebte Ansicht der Impressionisten. Vor allem Sisley hat die Stimmungen der Gegend dieses Seine-Nebenflusses in mannigfacher Weise eingefangen. Es gehört schon viel Mut dazu, sich als junger Künstler in diese grossen Fusstapfen zu wagen. Doch, dass er sich beweisen kann, zeigt er nicht nur anhand einiger grossartiger, impressionistischer Gemälde, sondern auch durch seine spätere Laufbahn, in welcher er sich stark weiterentwickeln sollte. An vorliegendem Werk, welches nicht eine brav impressionistisch gemalte Landschaftsstudie ist, sondern geradezu ein wildes Einfangen von Licht- und Farbmomenten, zeigt sich bereits das grosse Selbstvertrauen des Künstlers. Unser "Loing-Ufer" markiert also die erste Station eines Künstlers, der mit seinen ebenso zahlreichen wie konsequenten Stilwechseln zu einem der ganz grossen Protagonisten des vergangenen Jahrhunderts zählt.

CHF 25 000 / 35 000

€ 21 930 / 30 700

Verkauft für CHF 24 000 (inkl. Aufgeld)
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