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Lot 3219 - Z33 Impressionismus & Moderne - Freitag, 07. Dezember 2012, 16.00 Uhr

GUSTAV KLIMT

(1862 Wien 1918)
Vorgebeugt sitzende Aktfigur, teilweise verdeckt. 1914.
Bleistift auf Papier, auf Karton aufgelegt.
Unten links signiert und datiert: Gustav Klimt 1914.
56,5 x 36,5 cm.

Die Authentizität der Arbeit wurde von Frau Dr. Marian Bisanz-Prakken, Albertina Wien, bestätigt. Sie wird diese Zeichnung in den Ergänzungsband des Werkverzeichnisses zu den Zeichnungen Gustav Klimts aufnehmen. Wir danken ihr für ihre wissenschaftliche Hilfe und ihren Textbeitrag. Provenienz: - Sammlung Alfred Lohner (Schauspieler am Burgtheater Wien von 1918-1928). - Durch Erbschaft an den heutigen Eigentümer, Schweiz. Gustav Klimt hat seine Zeichnungen mehrmals signiert, aber nur selten datiert. Datierte Blätter sind zumeist von den späten 1870er Jahren bis 1904, vereinzelt bis 1910 anzutreffen. Mit dieser 1914 datierten und signierten Studie einer sitzenden, teilweise verdeckten Aktfigur liegt das bisher späteste Beispiel einer datierten Klimt-Zeichnung vor. Ebenso selten im Bereich der Zeichenkunst ist die Art, in der Klimt Signatur und Datum miteinander verbindet. Unterhalb der übereinander positionierten, blockhaft zusammengefassten Wörter GUSTAV und KLIMT - eine an sich häufig verwendete Signatur - bilden die durch einen Leerraum getrennten Zahlen 19 und 14 gleichsam die Pfeiler für die beiden Querbalken. Ähnliche "architektonische" Kombinationen von Signatur und Jahreszahl kommen sonst nur bei den Gemälden vor, vor allem im Bereich der Figurenmalerei. In Porträtgemälden wie "Emilie Flöge" (1902), "Margarete Stonborough-Wittgenstein", "Fritza Riedler" (1906) oder "Adele Bloch-Bauer" (1907) wie auch in "Salome" (1909) werden Schrift und Datum von einem goldenen Quadrat eingefasst. Obwohl Funktion und Bestimmung der ganz für sich stehenden Zeichnung nicht bekannt sind, hat Klimt dieser Arbeit angesichts der aussergewöhnlichen Art des Signierens und Datierens zweifellos eine besondere Bedeutung zugemessen. Die hagere Sitzgestalt, deren Expressivität an die Figuren von Egon Schiele erinnert, besticht durch die Intensität des Gesichtsausdrucks wie auch durch die heftigen Strichkonzentrationen außerhalb der pulsierenden Körperkonturen. Die scharfen Umrisse der teilweise verdeckten Brust und des linken Oberarms stehen den flüchtigen Linien der Hand und des Umhangs markant gegenüber. Die komplexe Räumlichkeit der vorgebeugt Sitzenden und die zu einem leeren Rechteck reduzierte Sitzgelegenheit halten einander die Waage. Wirkungsvoll setzt Klimt Signatur und Datum in den Leerraum der vorderen Bettkante hinein. In dieser kalligraphischen Insel begegnen sich die Horizontal- und Vertikalachsen der Füße und der Beckenpartie; Signatur und Datum werden so zum dynamischen Element der Komposition.

CHF 60 000 / 80 000 | (€ 61 860 / 82 470)

Verkauft für CHF 69 600