Lot 1039 - A162 Möbel, Porzellan & Dekoration - Donnerstag, 20. September 2012, 10.00 Uhr

BUFFET MIT AUFSATZ,

Barock, Beromüster um 1730/35.
Nussbaum, -wurzelmaser und heimische Fruchthölzer gefriest, teils ebonisiert und fein eingelegt mit Blumenvasen in Interieur und Nischen, Hirschen, Fuchs und anderen Tieren, Früchten, Blattvoluten, Reserven, Filets, Blumen, Kartuschen und Blättern. Geschweifter, rechteckiger Korpus mit durchbrochenem, kräftig mit Früchten, Köpfen, Voluten, Kartuschen, Blättern, Blumen und Maschen beschnitztem Kranz auf gekehltem Sockel mit gequetschten Kugelfüssen. In der Mitte stark gebauchtes Unterteil mit Zentraltüre unter Schublade, zwischen 2 analog gestalteten Türen unter Schubladen. Zurückgesetzter Aufsatz mit Zentralnische mit Fischausguss und Muschelbecken aus Zinn, flankiert von je 3 unterschiedlich grossen, treppenartig angeordneten Schubladen. Bronzebeschläge und -applikationen. 210x72x235 cm.

Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Ein sehr ähnliches Buffet ist abgebildet in: W.R.C. Aebegglen / S.E. Burckhardt, Das Luzerner Möbel von der Spätrenaissance bis zum Biedermeier, Luzern 2006 (Katalognr. 31). Ein weiteres, vergleichbares Buffet wurde bei Fischer Luzern am 14.6.2012 (Katalognr. 3003) verkauft. Die Blütezeit des Beromünster Schreinerhandwerks war Mitte des 18. Jahrhunderts. Die wesentlichen Einflüsse während der Entwicklung eines eigenen Möbelstils im 17. und 18. Jahrhundert kamen aus Süddeutschland über Luzern nach Beromünster. Durch Kombination bestimmter Details entwickelten sich typische Eigenformen wie Aufsatzmöbel mit gestuft aufgebautem Schubladenaufsatz, meist mit Tabernakelschränkchen und einer flachen Rückwand, oft mit einem durchbrochenen Kranz. Die Kommoden sind von ausladender, wuchtiger Form, entweder mit abgeschrägten vorderen Ecken oder schmäleren Lisenen, die sich im unteren Drittel im flachen Bogensegment vom Korpus lösen und sich dann wieder mit der Zarge. Dazu gehören als Dekoration helle Intarsien mit Binnenzeichnung und Schattierung, bestehend aus reichem Bandwerk und floralen Ornamenten, kombiniert mit figürlichen Szenen. Die meist recht naiven Darstellungen weisen auf ihre Entstehung in einem ländlichen Zentrum hin und machen den besonderen Reiz dieser Möbel aus. Lit.: J. Falk-Mazak, Beromünster Möbel, in Ars Helvetica.

CHF 15 000 / 25 000

€ 14 020 / 23 360

Verkauft für CHF 15 000 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr