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Lot 1011* - A176 Möbel, Porzellan & Dekoration - Mittwoch, 23. März 2016, 10.00 Uhr

TÜRMCHENUHR MIT WECKER,

Renaissance, wohl Augsburg um 1600.
Bronze, Kupfer und Messing vergoldet sowie fein graviert, rechteckiges Gehäuse mit kannelierten Ecklisenen und durchbrochenem Glockenstuhl mit Obeliskenaufsatz auf profiliertem und gekehltem Rechtecksockel. Front mit versilbertem Zifferring mit römischen Stundenzahlen sowie mit altgotischen Ziffern von 1 bis 24 sowie darin Weckerscheibe mit altgotischen Ziffern von 1 bis 12. 1 feiner, gebläuter Stahlzeiger. Verso fein "champlevé"-emaillierte und versilberte Regulierungsscheibe für das Schlagwerk von 1 bis 12. 1 feiner, gebläuter Stahlzeiger. Fein graviertes und vergoldetes Werk mit Darmsaiten und Radunruh sowie Stundenschlag auf Glocke und Wecker.
12,5x12,5x27 cm.

Provenienz: Privatsammlung, Deutschland.

Seltene Uhr mit Darmsaitenreglierung sowie fein emaillierter Regulierungsscheibe.

Als hervorragendste Form unter den Renaissance-Uhren muss die Türmchenuhr bezeichnet werden. In den Zentren der Uhrmacherei - insbesondere in Nürnberg, das in seiner führenden Rolle von Augsburg abgelöst wurde, aber auch in anderen Städten wie Strassburg oder Ulm - wurden Prunkuhren bereits in Serie hergestellt. Augsburg war während der Spätrenaissance wichtigster Lieferant für ganz Europa. Die Augsburger Türmchenuhren unterscheiden sich deutlich von den französischen Modellen, die zierlicher sind und meist ein Eigenwerk besitzen. Die Werke der etwas grösseren Uhren aus Augsburg sind wie bei Eisenuhren vertikal angeordnet, ursprünglich als Pfeilerwerke. Später wurden auch Platinenwerke benutzt, vor allem für komplizierte Automatenuhren. Die verschiedenen Geh-, Schlag-, Wecker- und Automatenwerke sind nicht mehr hintereinander gebaut, sondern befinden sich zwischen den Platinen neben- und hintereinander, auch rechtwinklig versetzt. Im Gesamtaufbau wie auch in den Details erscheint mit der Türmchenuhr ein neuer Uhrentyp, entstanden aus einer Vermischung von spätgotischer Eisenuhr und italienisch-französischer Renaissance-Uhr. Neben Dosen- und Türmchenuhren wurden Schmuck- und Prunkuhren als Monstranzuhren, Kruzifixuhren, astronomische Uhren und Automatenuhren in allen erdenklichen Fantasieformen gefertigt.

Lit.: M. Bobinger, Kunstuhrmacher in Alt-Augsburg, Augsburg 1969; S. 53f. (hist. Angaben zur Entwicklung der Türmchenuhr). R. Mühe/ H.M. Vogel, Alte Uhren - Ein Handbuch europäischer Tischuhren, Wanduhren und Bodenstanduhren, München 1976; S. 23 (Abb. einer Türmchenuhr).

CHF 12 000 / 20 000 | (€ 12 000 / 20 000)

Verkauft für CHF 13 940 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr