Lot 3239* - A190 Gemälde des 19. Jahrhunderts - Freitag, 27. September 2019, 16.00 Uhr

CHARLES FRANÇOIS DAUBIGNY

(1817 Paris 1878)
Solitude, l'étang de Gylieu. 1876.
Öl auf Holz.
Unten rechts signiert und datiert: Daubigny 1876.
41 × 67,5 cm.

Provenienz:
- Sammlung Dr. Francis P. Sprague (1834–1921), Boston, bis 1921.
- Nachlassauktion Dr. Francis P Sprague, American art Assiciation, New York, 16.2.1922, Los 38.
- Sammlung Richard de Wolfe Brixey (1880–1943), New York bis 1943, erworben bei obiger Auktion.
- Metropolitan Museum of Art, New York 1943, Schenkung von Richard de Wolfe Brixey.
- Auktion Christie's, New York, 25.4.2016, Los 1.
- Europäischer Privatbesitz.

Ausstellung:
Barbizon: French Landscapes of the Nineteenth Century, Metropolitan Museum of Art, New York, 4.2.–10.5.1992.

Literatur:
- Ausst. Kat.: French paintings. A catalogue of the Collection of the Metropolitan Museum of Art, Vol. II, XIX century, hrsg. v. Charles Sterling & Margaretta M. Salinger, New York 1967, Inv. Nr. 43.86.6, S. 100 (mit Abb.).
- Robert Hellebranth: Charles-François Daubigny 1817–1878, Morges 1976, Nr. 544, S. 176 (mit Abb.), als Solitude, l'Etang de Gylieu.

Die stimmungsvollen Landschaften des Pariser Barbizonmalers, Charles Daubigny, stiessen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts international auf grossen Zuspruch. Gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen Gustav Courbet (1819–1877), Théodore Rousseau (1812–1867), Camille Corot (1796–1875) und Jean-François Millet (1814–1875) führte er die französische Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts zum Naturalismus und erwirkte nebst der Anerkennung am Pariser Salon auch eine Wende im öffentlichen Kunstgeschmack.

Zeitgenössische Kritiker wie Jules-Antoine Castagnary (1830–1888) rühmten Daubigny insbesondere für seine künstlerische Fertigkeit einer nahezu wörtlichen Übersetzung der Natur, die sowohl durch stilistische Ansätze des Realismus als auch kompositorische Elemente der gefühlsbetonten Malerei und Subjektivität zum Ausdruck kommt (vgl. hierzu: Ausst.Kat. Inspiring Impressionism: Daubigny, Monet, Van Gogh, Scottish National Gallery, Edinburgh 2016, S. 45ff). Und so gilt seine Arbeit und die direkte Auseinandersetzung mit der Natur und der Überführung in die Pleinairmalerei als ein wichtiger Wegbereiter des Impressionismus.

Aufgewachsen in Valmondois, einem kleinen Dorf nördlich von Paris gelegen, blieb er dieser Gegend seiner Lebzeiten biografisch und emotional verbunden. Immer wieder kehrte er in die Umgebung von Auvers zurück und erkundete mit seinem Boot die Landschaft rundum Pontoise, Eafny und den Wald bei L’Isle Adam, wovon zahlreiche Studien und Gemälde zeugen.

Seine Ausflüge führten ihn durch weite Teile Frankreichs und so erkundete er 1852 den Landstrich rund um die Region bei Optevoz, südöstlich von Paris gelegen. Im selben Jahr fertigte er ein Bild des Teichs von Gylieu an, das 1853 grosse Erfolge am Salon feierte. Selbiges Motiv wiederholte er aufgrund der grossen und positiven Resonanz des Kunstkanons viele Jahre später in zwei variierenden Kompositionen. Unsere Version entstand als die Zweite und ist auf 1876 datiert. Die dritte Darstellung, 1877 datiert, wurde 1887 in New York mit der Sammlung Robert Graves verkauft.

CHF 40 000 / 60 000

€ 35 090 / 52 630

Verkauft für CHF 46 660 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr