Lot 3205* - A188 Gemälde des 19. Jahrhunderts - Freitag, 29. März 2019, 16.00 Uhr

CARL ROTTMANN

(Handschuhsheim 1797 – 1850 München)
Südliche Landschaft. Um 1835.
Öl auf Leinwand.
Unten mittig signiert: Rottmann.
19,2 x 23,5 cm.

Gutachten: Prof. Dr. Erika Rödiger-Diruf, 18.12.2018.

Wir danken Prof. Erika Rödiger-Diruf für die Bestätigung der Echtheit nach Prüfung des Originals. Wie aus ihrem Gutachten hervorgeht, verweisen sowohl die Signatur, der klarlinige Hintergrund sowie der hohe, lichte Himmel und die für Rottmann typischen Wolkenformationen dieser Arbeit auf die Hand des Münchner Malers.

Provenienz:
- Sammlung Wolf Stubbe, Hamburg.
- Europäische Privatsammlung.

Der 1797 in der Nähe von Heidelberg geborene Carl Rottmann gilt als der von König Ludwig I. bevorzugte Landschaftsmaler. Im Besonderen hervorzuheben sind die beiden monumentalen Gemäldezyklen Italiens und Griechenlands, die im Auftrage des Königs für die Arkaden des Münchner Hofgartens entstehen sollten. Rottmans Motivrepertoir, das bis zu seiner ersten grossen Italienreise von 1826/27 vornehmlich aus einheimischen Landschaftsdarstellungen bestand, wurde durch die summarische Motivbehandlung südlicher Landschaftszüge in Form diverser Studien, Skizzen und Kompositionsentwürfen ergänzt und in den in Freskotechnik ausgeführten Arkadenzyklus übertragen (vgl. hierzu Ausst. Kat. 1998, S. 145–147 und 232–237).

Häufig griff Rottmann auf das Studienmaterial seiner Reisen zurück und setzte einzelne Motive in ähnliche Gemäldefassungen unterschiedlicher Grössen um. So auch die Darstellung der Bucht Genuas von 1826 (Los 3206), die entstand, als er im Sommerpalais von König Ludwig I. weilte und von welcher noch zwei weitere Ansichten existieren (vgl. hierzu ebd., Nr. 49–51, S. 169–171).

1834 gab der König bei Rottmann den zweiten Zyklus in Auftrag, der sich dieses Mal der Landschaft Griechenlands widmen sollte. Auch dieser war ursprünglich für die Hofgartenarkaden vorgesehen, sollte jedoch bei der neu erbauten Neuen Pinakothek in einem eigens für diese Arbeit gewidmeten Saal zur Ausstellung kommen.

Vorliegende Ölstudie (Los 3205), deren dargestellte topographische Begebenheiten auf eine Verortung nach Griechenland deutet und durch die wohl typisch regionale Tracht der Figurenstaffage unterstrichen wird, die bei vergleichbaren Arbeiten Rottmanns aus selbiger Zeit anzutreffen ist, wird vermutlich im Zuge der Vor- oder Nachbereitung des Griechenlandzyklus entstanden sein.

Beispielhaft stehen diese zwei Arbeiten für die Vor- bzw. Nachbereitung der beiden Gemäldezyklen und zeigen sowohl einen studienhaften Kompositionsentwurf in Öl als auch ein Gemälde, das des Meisters detailgetreue Wiedergabe der Natur in Kombination mit einer Farbpalette zeigt, mit der er es vermag, die für den Süden typische Stimmung des oszillierenden Lichts einzufangen.

CHF 4 000 / 6 000

€ 3 740 / 5 610

Verkauft für CHF 5 000 (inkl. Aufgeld)
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