Lot 3427 - A197 PostWar & Contemporary - Donnerstag, 01. Juli 2021, 17.00 Uhr

ARMANDO (HERMAN DIRK VAN DODEWEERD)

(Amsterdam 1929–2018 Potsdam)
Fahne. 1980/81.
Öl und Sand auf Leinwand.
Auf dem Keilrahmen signiert, datiert und betitelt: ARMANDO FAHNE 1980-81.
226 × 175 cm.

Provenienz:
- Galerie Turske & Turske, Zürich (verso mit dem Etikett).
- Vom heutigen Besitzer bei obiger Galerie erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz.

Ausstellung: Berlin 1984, Armando. Fahnen. Nationalgalerie Berlin, 13. Januar - 26. Februar, Nr. 5 (Farbabb.) (verso mit dem Etikett).

Armando wird 1929 als Herman Dirk von Dodeweerd in Amsterdam geboren. Das Multitalent zählt zu den wichtigsten niederländischen Künstlern der Gegenwartskunst.

Seine Jugend verbringt Armando in Amersfoort, wo er die Nationalsozialisten und das Konzentrationslager aus nächster Nähe erlebt. Zwar studiert Armando von 1949 bis 1954 Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität von Amsterdam, eignet sich aber als Autodidakt die Grundlagen als Maler, Schriftsteller, Dichter, Bildhauer, Musiker, Theater- und Filmemacher an. Zunehmend entdeckt er seine Passion fürs Zeichnen, Malen und Schreiben. Seit 1979 wohnt der Künstler in Berlin, seiner zweiten Heimat, erstellt grossformatige Gemälde mit vielsagenden Titeln in den Farben Schwarz und Weiss und erzielt als Maler bald seinen internationalen Durchbruch.

Die gesammelten Erfahrungen von Tod, Leid und Schmerz, von Gut und Böse, Schuld und Unschuld sowie die Konfrontation mit den Schrecken des Zweiten Weltkriegs ziehen sich wie ein roter Faden durch Armandos’ mehrfach ausgezeichnetes künstlerisches wie schriftstellerisches Œuvre, das die Tragik des Menschen in all seinen Facetten darstellt. «Ich hatte plötzlich ein grosses Interesse an den Tätern aus zu grosser Anteilnahme für die Opfer,“ erinnert sich Armando später. „Ich hatte mein Thema gefunden.“ Die beiden angebotenen abstrahierten und kontrastreichen Arbeiten der Serien «Fahnen» und «Gefechtsfeld» verweisen auf Armandos’ Jugendzeit.

Wo Schwarz und Weiss aufeinanderstossen, bilden sich häufig grau erscheinende Wolken, als wäre es ein Ringen um die Übermacht im Bild, ausgelöst vom expressiven Farbauftrag. Bewusst malt der Künstler die vorliegenden Gemälde ohne Farbe und verleiht ihnen damit eine durchdringende visuelle Kraft. Unter Hinzufügung von Sand in den oberen Schichten erwirkt er zudem dramatische Effekte.

Die Fahne ist schon von sich aus ein Symbol. Ihre Bedrohlichkeit, das Geschichtsträchtige, Triumph und Niederlage, mit denen sie in Verbindung gebracht wird, animieren den Künstler, die schwarz flatternde, vielfach zerrissen und ausgefranst erscheinende Fahne auf weissem Grund als Motiv seriell zu verwenden.

CHF 8 000 / 16 000

€ 7 480 / 14 950

Verkauft für CHF 22 260 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr