Lot 3109 - A196 Gemälde des 19. Jahrhunderts - Freitag, 26. März 2021, 16.00 Uhr

ARNOLD BÖCKLIN

(Basel 1827–1901 San Domenico bei Fiesole)
Büssende Maria Magdalena. 1895.
Tempera auf Karton auf Hartfaserplatte.
Monogrammiert und datiert oben links: A B 1895.
36,6 × 36,6 cm.

Provenienz:
- Galerie Neupert, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz, bei obiger Galerie erworben.
- Durch Erbfolge an heutige Besitzer, Privatbesitz Schweiz.

Literatur:
- Henriette Mendelsohn: Böcklin (Geisteshelden. Führende Geister. Eine Sammlung von Biographien. 40.), Berlin 1901, S. 203.
- Hugo von Tschudi: Königliche Museen zu Berlin. Die Werke von Arnold Böcklins in der Nationalgalerie Berlin (1901), in: H. von Tschudi, Gesammelte Schriften zur neueren Kunst, hrsg. von E. Schwedeler-Meyer, München 1912, S. 141.
- Arnold Frey: Arnold Böcklin in Zürich, in: Neujahrsblatt zur Kunstgesellschaft in Zürich für 1902, S. 13.
- Heinrich Alfred Schmid: Verzeichnis der Werke Arnold Böcklins... Vervollständigter und verbesserter Neudruck, der die Nachforschungen bis zum Herbst 1902 enthält, München 1902, Nr. 393 („die büssende Magdalena”).
- Albert Feilner: Mit Arnold Böcklin, Frauenfeld 1915, S. 116, 184.
- Wilhelm Barth: Zur Erinnerung an die Böcklin-Ausstellung 1927, in: Basler Kunstverein, Jahresbericht 1926, S. 9f, Abb. zwischen S. 12 und 13.
- Ausst.–Kat. Basel 1927: Arnold Böcklin (1827–1927). Ausstellung zur Feier des 100. Geburtsjahres, Kunsthalle Basel, 10.4.–6.6.1927, Nr. 139.
- Ausst.–Kat. Berlin 1927: Gemälde und Zeichnungen von Arnold Böcklin, ausgestellt zur Feier seines 100. Geburtstages. Nationalgalerie, Berlin, 16.10.1927–5.2.1928, Nr. 182 (Maria Magdalena).
- Wilhelm Barth: Arnold Böcklin (Die Schweiz im deutschen Geistesleben. Bd. 11.), Frauenfeld 1928, S. 42f.
- Rolf Andree: Arnold Böcklin. Die Gemälde, Basel 1998, S. 513, Nr. 448 (mit Abb.) (fälschlicherweise als "Öl auf Papier auf Holz").

Als Sohn eines Textilkaufmanns wird Arnold Böcklin 1827 in Basel geboren. Seine unverkennbare mystische Ästhetik, die sich als Konstante durch sein Œuvre zieht, zeichnet ihn als einen der grössten Symbolisten des 19. Jahrhunderts aus. Allegorische Bildprogramme behaupten sich neben atmosphärisch geladenen Landschaftsdarstellungen, und auch sakrale Bildthemen sind fester Bestandteil einer vielschichtigen Auseinandersetzung Böcklins mit dem Bildmotiv als Bedeutungsträger.

Das hier zur Auktion angebotene Werk mit der Darstellung der „büssenden Magdalena“ steht exemplarisch für die Werkgruppe eines sakralen Bildprogramms, das sich in verschiedenen Ausführungen im Œuvre des Künstlers wiederfindet. Es zeigt die Heilige im klassischen seitlichen Porträtformat, ihr gesenkter Blick ist aus dem Bildrahmen gerichtet, zwei Tränen fangen sich auf ihrer Wange. Das bedächtige Antlitz ist keine Seltenheit im Gesamtwerk Böcklins. Mit ähnlich in sich gekehrtem Ausdruck suggerieren unterschiedliche Porträtdarstellungen den Einblick in das kontemplative Innenleben der Menschheit.

Böcklins malerisches Talent wird bereits früh entdeckt und gefördert. In jungen Jahren studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und unterhielt zu dieser Zeit ein freundschaftliches Verhältnis zu seinem Schweizer Kommilitonen, Rudolf Koller (1828–1905). Studienreisen durch Europa ermöglichten ihm die Begegnung mit Meisterwerken des niederländischen Barocks und der italienischen Romantik. Insbesondere die Farbgebung in den Werken Peter Paul Rubens (1577–1640) beeindruckte Arnold Böcklin. Das Studium der Barbizonmalerei, unter anderem von Camille Corot (1796–1875), führen sein Interesse vermehrt zur naturalistischen Landschaftsmalerei. Die Auseinandersetzung inmitten der kontrastreichen künstlerischen Einflüsse führen dazu, dass Arnold Böcklin zu seinem eigenen unverkennbaren Stil findet, der sich in einer bildthematischen Vielfalt in seinem Œuvre widerspiegelt.

Dr. Hans Holenweg, dem wir für seine Auskunft zu diesem Gemälde anhand einer Abbildung danken, bezeichnet dieses Gemälde als ein besonders schönes Beispiel von Arnold Böcklin.

CHF 30 000 / 40 000

€ 28 040 / 37 380

Verkauft für CHF 97 900 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr