Lot 1502 - A152 Europäisches Porzellan & Keramik - Montag, 22. März 2010, 17.00 Uhr

GROSSE KAFFEEKANNE MIT FEINER VERMEILMONTIERUNG UND GOLDCHINESENDEKOR, MEISSEN, UM

1720-24. Bemalt in Augsburg in der Seuter Werkstatt, um 1720-24. Die Augsburger Vermeilmontierung von Paul Solanier (1635-1724). Dekor von goldradierten Chinoiserieszenen mit Pflanzen und Pagoden auf flachen Konsolen mit Festons und Augsburger Ornamentbordüren an den Rändern. Deckel, Henkel, Ausguss und Fuss in Vermeilmontierung gefasst, fein ziseliert und graviert, Augsburg, Paul Solanier (Goldschmied, geb. Nürnberg 1635, Meister 1666, gest. 1724). Reste von Lüsterbuchstaben im Deckel und auf der Unterseite der Kanne. Beschauzeichen für Augsburg und Meistermarke PS. H 25,3cm.

Provenienz: Privatsammlung, Schweiz. Zur Vermeilmontierung bei Helmut Seling, Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529 -1868, München 2007, S. 333. Nr. 1669. Eine betreffend Dekor und Montierung ähnliche Kanne, mit Vermeilmontierung von Paul Solanier, bei S.Ducret, Meissner Porzellan, Band I, 1971, Nr. 247, Abb. S. 209. Ebenso bei U.Pietsch, Frühes Meissener Porzellan, 1997, S. 111. Die Augsburger Goldmaler Abraham Seuter und sein Bruder der 'Goldarbeiter' Bartolomäus Seuter gehören zu den berühmtesten Hausmalern von Meissener Porzellan im 18.Jahrhundert. Bis circa 1730, hat die Meissener Manufaktur offenbar ihr Porzellan nach Dresden oder Augsburg zum Vergolden bringen lassen. Die früheste Erwähnung der Familie Seuter in den Archiven der Manufaktur findet man am Ende September 1722, als Bartolomäus Seuter '135 Taler und 12 Groschen' für das Vergolden von 3 Servicen gezahlt wurde. Er erhielt eine Zulassung vom Augsburger Rat im Jahre 1726 'Gold und Silber auf Porzellan zu schmelzen' und es zu verkaufen. S. Ducret, Meissner Porzellan, I, 1971, S. 6ff.

CHF 35 000 / 40 000

€ 32 710 / 37 380

Verkauft für CHF 35 000 (inkl. Aufgeld)
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