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BONSTETTEN, AUGUST VON

* 16.2.1796 BERN, † 15.5.1879 SINNERINGEN (VECHIGEN)

Landschafts- und Architekturmaler, Aquarellist.

Sohn des Berner Oberamtmanns von Signau und Maler-Dilettanten Johann Karl von Bonstetten, von dem er bereits in früher Jugend künstlerische Anregung erhielt. 1800 zog die Familie in das 1721 erbaute Landgut Schloss Sinneringen in der Berner Gemeinde Vechigen, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. 1814 begann seine Offizierslaufbahn im Regiment von Wattenwyl, worauf er von 1815 bis 1829 in Holland stationiert war und bis zum Hauptmann aufstieg. In seiner Freizeit aquarellierte und zeichnete er viel und nutzte 1822 einen sechsmonatigen Urlaub in Bern, um bei Jacques-Henri Juillerat Malunterricht zu nehmen. 1826 wurde von Bonstetten Mitglied des Grossen Rats in Bern.

1827 debütierte er mit dem Gemälde Inneres der Kathedrale von Antwerpen auf einer Brüsseler Kunstausstellung, worauf er zum Ehrenmitglied der Brüsseler Kunstgesellschaft ernannt wurde. Von Februar bis Juli 1828 erhielt er Armeeurlaub, während dem er erstmals nach Italien reiste und in Rom Bertel Thorvaldsen und Léopold Robert kennen lernte.

Nach seiner Entlassung aus der Armee nahm von Bonstetten Wohnsitz in Sinneringen und reiste im gleichen Jahr zusammen mit dem Landschaftsmaler Edouard de Pourtalès und mit Alfred von Ernst, einem ebenfalls der Malerei zugeneigten Freund aus dem Militärdienst, nach Italien. Dort blieb er 19 Monate, besuchte in Rom mit Léopold Robert Sehenswürdigkeiten und malte wie besessen. Italien wurde für ihn zum Wunschland, in dem er gerne geblieben wäre, doch wurde im Februar 1831 die politische Lage derart bedrohlich, dass er zusammen mit Robert nach Florenz floh und im September nach Sinneringen zurückkehrte.

1832 nahm von Bonstetten an einem Komplott gegen die liberale Berner Regierung teil, weshalb er bernisches Gebiet verlassen musste und erneut nach Italien reiste. Diesmal besuchte er Léopold Robert in Venedig und gelangte bis Neapel und Capri. Bei seiner Rückkehr nach Bern wurde er am 23. Januar 1835 verhaftet und für drei Monate im Kerker des Aarbergertores eingesperrt. Von Bonstettens Leidenschaft gehörte aber nicht der Politik, sondern der Malerei, der er sich nach dieser Eskapade vollumfänglich widmete. Zu Hause arbeitete er unermüdlich an seinen Bildern und kümmerte sich um den Gutsbetrieb, der ihm zu einem Siebtel gehörte, ab 1851 durch Erbschaft sogar zur Hälfte. Einen Raum im ersten Stock des Schlosses Sinneringen hat von Bonstetten mit Szenen aus dem Leben Don Quijotes bemalt.

Auch empfing er in seinem Landsitz Besuche von Verwandten oder Malerkollegen, wie 1876, als Albert Anker sich lobend über seine Werke äusserte. Um aber dem Alltag und den gesellschaftlichen Konventionen daheim zu entfliehen – von Bonstetten blieb zeitlebens Junggeselle – unternahm er regelmässig Reisen in andere Landesgegenden oder ins Ausland. Bis an sein Lebensende von Selbstzweifeln bedrängt und weil er seine Bilder kaum verkaufte, überarbeitete er diese immer wieder. Von Bonstetten war im 19. Jahrhundert zweifellos einer der talentiertesten patrizischen Amateurkünstler der Schweiz. Obwohl er mitunter von den Berner Kleinmeistern beeinflusst war, näherte er sich in Italien der romantischen Landschaftsmalerei schweizerisch-französischer Prägung. In Gemälden mit Motiven aus Sinneringen und den Schweizer Alpen orientierte sich von Bonstetten schliesslich an seinen Genfer und Neuenburger Zeitgenossen wie Alexandre Calame und Maximilien de Meuron. Werke: Burgerbibliothek Bern; Kunstmuseum Bern.


SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz

Marc Fehlmann, 2006, aktualisiert 2016 https://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4028724



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ÜBER ALFRED SISLEY

Geboren 1839 in Paris als Sohn eines englischen Kaufmanns, kam Sisley früh mit der englischen Landschaftsmalerei in Berührung. Nach seiner Rückkehr nach Paris begann er 1862 seine Ausbildung im Atelier von Charles Gleyre, wo er Monet, Renoir und Bazille kennenlernte. Gemeinsam arbeiteten sie im Freien, insbesondere im Wald von Fontainebleau. Während Sisleys frühe Werke noch von dunklen Farbtönen und dem Einfluss Corots und Courbets geprägt sind, wendet er sich ab etwa 1870 zunehmend dem Impressionismus zu. Seine Palette hellt sich auf, der Pinselstrich wird freier.

Nach dem Verlust des Familienvermögens während des Deutsch-Französischen Krieges wird Sisley vom Kunsthändler Paul Durand-Ruel unterstützt. Er beteiligt sich an mehreren Impressionisten-Ausstellungen, bleibt jedoch zu Lebzeiten von der Kritik weitgehend unbeachtet. Erst nach seinem Tod 1899 erfährt sein Werk grosse Anerkennung. Heute gilt Sisley als einer der bedeutendsten Landschaftsmaler des Impressionismus.

Alfred Sisleys Werk zeichnet sich durch ein feines Gespür für Bildraum, Komposition sowie das subtile Zusammenspiel von Licht und Schatten aus. In dem beschriebenen Gemälde führt er den Betrachter an den Rand eines Waldes nahe eines kleinen Dorfes in der Île-de-France. Anstatt den Blick in die Tiefe des Raums zu lenken, konzentriert Sisley die Komposition auf das leicht ansteigende Gelände am Waldrand. Der Blick folgt dem unebenen Boden mit Grasflächen und Büschen, dem feinen Schattenspiel der noch kahlen Bäume und gelangt schliesslich zu einem am Wegesrand aufgeschichteten Heuschober. Die differenzierte Wiedergabe von Vegetation sowie die helle, sensible Farbpalette verleihen der Szene eine ruhige, atmosphärische Präsenz.



Werke von Alfred Sisley, die erfolgreich bei Koller Auktionen verkauft wurden


Lot 3001 - Z38 Schweizer Kunst - Freitag 26 Juni 2015, 14.00 Uhr

AUGUST VON BONSTETTEN

(Bern 1796–1879 Vechigen)
Blick auf die Berner Alpen bei Sinneringen. 1827.
Öl auf Leinwand.
Verso auf Leinwand und Keilrahmen bezeichnet und datiert: Zu Sinnenringen im Semester 1827.
45,5 x 42 cm.

CHF 4 000 / 6 000 | (€ 4 120 / 6 190)

Verkauft für CHF 14 900 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr.

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