Tausend Sandkörner – Joseph Werners Apollo und die kumäische Sibylle
JOSEPH WERNER
Apollo und die kumäische Sibylle.
Öl auf Kupfer. 18,5 × 13,4 cm.
Schätzung: CHF 30 000 / 50 000
Auktion am 23. September 2023
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Dieses charmante kleinformatige Gemälde zeigt eine Szene, die in der Kunst nicht oft dargestellt wird: Apollo und die kumäische Sibylle. Die Sibyllen waren Frauen mit der besonderen Gabe, die Zukunft vorauszusagen, und wurden mit verschiedenen Tempeln in der antiken Welt in Verbindung gebracht. Der Tempel der kumäischen Sibylle war der Tempel des Apollo in der Nähe von Neapel. Ovid erzählt in seinen «Metamorphosen», wie der Gott selbst zu ihr kam und ihre Jungfräulichkeit begehrte, um ihr im Gegenzug jeden Wunsch zu erfüllen.
DIE PHOEBUS FOUNDATION WIRD TRINITY IN IHREM KULTURZENTRUM «BOERENTOREN» IM BELGISCHEN ANTWERPEN AUSSTELLEN
Die Käuferin des Tyrannosaurus-Rex-Skeletts Trinity, das am 18. April bei Koller Auktionen in Zürich für 5,5 Millionen Franken (6 Millionen Dollar) versteigert wurde, ist die Phoebus Foundation, eine gemeinnützige Kunststiftung. Phoebus hat angekündigt, Trinity in ihrem von Daniel Libeskind entworfenen Kulturzentrum «Boerentoren»" in Antwerpen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der 1931 erbaute Boerentoren (wörtlich «Bauernturm») war einer der ersten Wolkenkratzer in Europa und nahm ursprünglich Büros und Wohnungen auf. Die Phoebus Foundation hat das markante Gebäude 2021 erworben und transformiert es im Laufe der nächsten Jahre in einen öffentlichen Raum. Das gesamte Gebäude wird der Kultur gewidmet sein, mit viel Platz für temporäre und Dauerausstellungen, einem Skulpturengarten und einem Aussichtspunkt sowie zahlreichen kulinarischen Angeboten. Daniel Libeskind arbeitet derzeit an den endgültigen Entwürfen, um das Art-déco-Gebäude in ein modernes architektonisches Wahrzeichen der Stadt zu verwandeln. Die Aufnahme von Trinity in die Sammlung der Phoebus Foundation wird die Anziehungskraft des Boerentoren verstärken.
Trinity hat bereits während einer dreiwöchigen Ausstellung in der Tonhalle in Zürich rund 35 000 Besucherinnen und Besucher verzaubert und wurde weltweit in unzähligen Presseartikeln, Fernseh- und Radiosendungen sowie Blogs erwähnt.
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HIGHLIGHTS 2021
Dankbar blicken wir auf ein äusserst erfolgreiches Auktionsjahr zurück. Die Verkaufsrate der uns anvertrauten Einlieferungen lag über alle Abteilungen und Preissegmente hinweg bei über 80 %. Die Zuschlagspreise erreichten sogar 150 % der unteren Schätzungen. Für seltene Werke wurden an unseren Auktionen ausserordentliche Ergebnisse und mehrere Auktionsrekorde realisiert.
Für Kunstbesitzer, die sich mit dem Gedanken tragen, Teile ihrer Sammlung oder einzelne Werke aus Alters- oder anderen Gründen zu verkaufen, scheint uns jetzt der Zeitpunkt richtig. Mit unseren internationalen Verbindungen können wir den geeigneten Rahmen schaffen, um Ihre Kunstwerke einem weltweiten Publikum zu präsentieren.
In dieser Broschüre zeigen wir Highlights, die im vergangenen Auktionsjahr durch unsere Hände gingen. Die gezeigten Werke bilden lediglich die Spitze eines breiten, über 9000 Objekte umfassenden Angebotes aus 20 verschiedenen Sparten, die wir an Sammlerinnen und Sammler aus 65 Ländern vermitteln durften.
Gerne schätzen wir Ihre Kunstwerke und beraten Sie im Hinblick auf unsere kommenden Auktionen. Wir würden uns freuen, für Sie tätig werden zu dürfen.
Dezember Auktionen 2021
Auktionsnachbericht Dezember Auktionen 2021
ZDENEK SYKORA, Linien Nr. 12. 1981.
Öl und Bleistift auf Leinwand. 170 × 170 cm.
Ergebnis: CHF 1,03 Mio.
HERVORRAGENDE ERGEBNISSE DER DEZEMBER-AUKTIONEN KRÖNEN DAS HERAUSRAGENDE JAHR BEI KOLLER
Zuschläge bei 150% der Schätzungen – über alle Gebiete hinwegDie Jahresendauktionen von Koller zeichneten sich durch eine äusserst rege Bietaktivität in allen Sammlerkategorien aus. Die Zuschlagspreise erreichten insgesamt 150% der unteren Schätzungen – ein Zeichen für einen sehr gesunden Auktionsmarkt und ein passender Abschluss für ein ausserordentlich erfolgreiches Jahr für das Zürcher Auktionshaus.
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2-D-SKULPTUR
VICTOR VASARELY, Karpat. 1984.
Acryl auf Leinwand. 84 × 84 cm.
Verkauft für CHF 116 000 im Dezember 2021
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Anstatt sich zwischen Malerei und Skulptur zu entscheiden, beschlossen einige Nachkriegskünstler, die Grenzen zwischen beiden zu verschieben und zweidimensionale Werke zu schaffen, die auch die Möglichkeiten der Skulptur ausloten. Victor Vasarely verbrachte einen Grossteil seiner Karriere damit, mit sorgfältig ausgearbeiteten, illusionistischen Effekten zu experimentieren, die das Motiv schimmern, sich drehen oder sich scheinbar von der Leinwand in den Raum des Betrachters ausdehnen liessen, wie in seinem 1984 entstandenen Werk «Karpat». Wie bei der Bildhauerei besteht ein Schlüsselelement in Vasarelys Werk darin, dass sich die Wahrnehmung des Kunstwerks mit dem Blickwinkel des Betrachters ändert. Jesús Rafael Soto nutzte ein ähnliches Konzept in seinem Werk «Vibrations» (1967), in dem die auf eine Plastikfolie gedruckten Linien vor einem gestreiften und scheinbar vibrierenden Hintergrund zu schweben scheinen.
MAURICE DENIS: «EINE BESTIMMTE ANORDNUNG»
MAURICE DENIS, Bacchanale, esquisse 3. 1920.
Öl auf Karton. 36,7 × 55,8 cm.
Verkauft für CHF 40 000 im Dezember 2021
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Als Maurice Denis 1920 «La Bacchanale du Tigre Royal» malte, befand er sich an einem Wendepunkt in seinem persönlichen und beruflichen Leben. Seine geliebte Frau Marthe, mit der er 26 Jahre verheiratet war, starb im Jahr zuvor. Auch seine künstlerische Laufbahn schlug eine neue Richtung ein. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Denis' Werk von der Wandmalerei dominiert. Als gläubiger Katholik war er 1919 Mitbegründer der Ateliers de l'Art Sacré zur Förderung der christlichen Kunst und bildete zu diesem Zweck Künstler und Handwerker aus. Die Gruppe führte hauptsächlich Wandmalereien und Glasmalereien für Kirchen aus, von denen viele im Krieg beschädigt worden waren. Bereits 1916 hatte Denis das «höchste Ziel der Malerei, das grosse dekorative Wandbild» ins Auge gefasst. Bis zu seinem Lebensende schuf er zwanzig Wandgemälde und zahlreiche grossformatige Leinwände, darunter «La Bacchanale».
September Auktionen 2021
HERRSCHAFT ÜBER MENSCH UND NATUR: TIERE, KÖNIGE UND DIE KUNST
Der Elefant Friedrichs II. bei einer kaiserlichen Prozession in Cremona im Jahr 1237. (Matthew Paris, "Cronica Maiora", Teil II, Parker Library, MS 16, fol. 151V).
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Das Sammeln von exotischen Tieren und Haustieren zu Ausstellungszwecken war jahrhundertelang ein Zeitvertreib und ein Symbol für Prestige und Macht der europäischen Monarchen.
Friedrich II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, tauschte zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Reihe seltener Tiere mit Al-Malik al-Kamil, Sultan von Ägypten, aus. Al-Kamil schickte Friedrich einen Elefanten sowie einen weissen Kakadu aus Australasien - einer Region, die der westlichen Welt zu dieser Zeit völlig unbekannt war, so dass der Vogel äusserst selten gewesen sein muss. Im Gegenzug schenkte Friedrich dem Sultan unter anderem Pferde mit edelsteinbesetzten goldenen Steigbügeln, einen weissen Pfau und einen weissen Bären.
ANONYMES PORTRÄT MIT KÖNIGLICHER PROVENIENZ ALS ZÄRTLICHES DENKMAL ENTHÜLLT
JEAN-BAPTISTE GREUZE, Bildnis eines Kindes, wohl Prinz Octavius von Grossbritannien.
Öl auf Holz. 17,5 cm × 14,5 cm.
Verkauft für CHF 49 000
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Die Bestimmung der Identität des Dargestellten auf einem Porträt ist oft mit detektivischer Arbeit verbunden - man sammelt Hinweise, zieht Schlüsse und kann manchmal eine wahrscheinliche Identifizierung vornehmen. Im Falle des hier angebotenen kleinen Jungen von Jean-Baptiste Greuze gibt es zwei Anhaltspunkte:
Der erste ist ein Etikett, das sich ursprünglich auf der Rückseite der Tafel befand und die Inschrift "Eigenthum Ihrer Majestät der Königin Mathilde von Württemberg" trägt. Charlotte Mathilde war die älteste Tochter von König Georg III. von Grossbritannien und seiner Königsgemahlin, Charlotte. Die Tatsache, dass sich dieses Gemälde im Besitz von Charlotte Mathilde befand, bedeutet, dass sie es nicht nur mitnahm, als sie im Alter von 33 Jahren Friedrich, den späteren König von Württemberg, heiratete, sondern auch nach Schloss Ludwigsburg bei Stuttgart, als sie sich dort nach Friedrichs Tod als Königswitwe niederliess. Wenn sie dieses kleine Porträt zeitlebens in ihrem persönlichen Besitz hatte, muss ihr der Dargestellte sehr viel bedeutet haben.
Juli Auktionen 2021
AUKTIONSNACHBERICHT Juli Auktionen 2021
VERKAUFSQUOTE 144% – AUKTIONSREKORDE FÜR WARHOL, LICHTENSTEIN UND MANIEVICH
Moderne, Zeitgenössische & Schweizer Kunst, Schmuck & Juwelen, Armband- & Taschenuhren
Mit mehr als 1'000 Bietern aus 48 Ländern erzielte Koller in seinen Juni/Juli-Auktionen einen durchschlagenden Erfolg in allen Kategorien. In jeder Abteilung lagen die Zuschlagspreise weit über den Schätzungen. Auktionsrekorde wurden für Grafiken von Warhol, Lichtenstein, Alberto Giacometti sowie für ein Ölgemälde des ukrainischen Künstlers Abraham Manievich erzielt.

EINLADUNG ZUM KÜNSTLERGESPRÄCH
Samstag, 30. November 2019 um 14 Uhr
Sonderöffnung mit Adventstrunk von 13 bis 16 Uhr
Im Rahmen der Ausstellung:
Junge Künstler der Akademie der Bildenden Künste München
mit Sonja Allgaier, Thomas Breitenfeld, Daniel Huss und Keiyona C. Stumpf
Absolventen und Studenten der Klasse Prof. Nicole Wermers / ehemals Prof. Karstieß und Prof. Prangenberg
Ausstellung kuratiert von Dina Renninger

Ort:
Koller Auktionen München
Maximiliansplatz 20, 80333 München
Tel: +49 89 – 22 80 27 66
Ausstellung verlängert bis 13. Dezember 2019, Öffnungszeiten Mo – Fr. 10 - 17 Uhr
Save the Date
3. Ausstellung: Klasse Prof. Pia Fries, Frühjahr 2020
Im Rahmen von KOLLERNOW kuratiert von Dina Renninger
für das Auktionshaus Koller Auktionen, München
Klasse Prof. Wermers/Karstiess /Prangenberg
bis 13. Dezember 2019
In der dritten Ausstellung der Reihe KollerNOW werden Studenten aus der Bildhauerklasse von Prof. Nicole Wermers sowie Absolventen von Prof. Karstiess und Prof. Prangenberg vertreten sein: Sonja Allgaier, Thomas Breitenfeld, Daniel Huss und Keiyona Stumpf. In den unterschiedlichen Materialien – Holz, Bronze, Keramik, Glas, Fotografie – zeigt sich das kreative Potential der Bildhauerklasse. Hier dominiert der haptische Reiz in gleichem Maße wie der raumgreifende Aspekt. Das virtuose Ringen um natürlich und künstlerisch Geschaffenes spiegelt sich in allen Arbeiten wieder.
Sonja Allgaiers (*1978) Arbeiten bezaubern den Betrachter auf den ersten Blick durch das Wechselspiel zwischen dem sakral anmutenden Goldgrund und der blanken Realität der Fotografie. Dabei stellt ihre installative Präsentation eine aufmerksame Untersuchung unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit und den dahinter liegenden Strukturen dar. Wie äußert sich Wandel, die Machtverhältnisse, der Wahrheitsanspruch in unserer Gesellschaft?
Thomas Breitenfeld (*1983) vorrangiges Material ist das Holz, welches den transformatorischen Prozess seiner Arbeitsweise sichtbar werden lässt. Die amorphen Formen der Holzskulpturen, die dynamisch aus der Wand oder dem Boden erwachsen, entstehen im Einklang mit dem Material. Breitenfeld testet immer wieder die Grenzen des Material und dessen Beschaffenheit als Impulsgeber für den kreativen Prozess. Auch seine Bronzearbeiten faszinieren durch die sichtbaren, materialimmanenten Eigenheiten und das dem Schaffensprozess innewohnende Zufallselement.
Der Künstler und Musiker Daniel Huss (*1986) lässt seine charismatischen Figuren aus verschiedenen Elementen entstehen, lässt sie wachsen und sich entwickeln, wobei der kontrollierte Zufall eine große Rolle spielt. Gips, Holz oder Glas dienen dabei als strukturgebende Körper, wobei die rohe Materialität oft einen spannungsreichen Gegenpol zur cartoonhaften Form und poppigen Glasur bildet.
Keiyona Stumpfs (*1982) Skulpturen und Reliefs faszinieren durch ein gestalterisches Spiel von großer Komplexität. In ihrer Formensprache greift sie die wuchernde, organische Lebendigkeit der Natur auf und fängt sie in einem ornamentalen Netz aus fließenden Übergängen, glänzenden Lasuren und verschachtelten Zwischenräumen ein. Aus ihren Werken in Porzellan, Keramik und Glas erwachsen assoziative Erinnerungen an organische Formen, Mikrostukturen oder Fabelwesen. Natur und Kultur ringen um die Vorherrschaft im Raum, wobei dieser unentschiedene, dynamische Zweikampf den Betrachter stets involviert.
Für weitere Informationen über KollerNOW, bitte clicken Sie hier.
Gründer und Grandseigneur
Pierre Koller ist im Alter von 94 Jahren verstorben
Wer die Galerie Koller an der Rämistrasse gleich neben der «Kronenhalle» betrat, wurde vom Patron empfangen, als wäre er Stammkunde. Wer es war, fühlte sich hier stets willkommen, und wer es nicht war, ebenfalls. Denn Pierre Koller machte kaum einen Unterschied zwischen Neukunden und langjährigen Kunstsammlern, wenn er, die Arme ausgebreitet, mit einem «Bonjour, Monsieur», «Guten Tag, Madame» einem entgegenstürzte. Sein Charme war so legendär wie sein Witz, mit dem er während langer Versteigerungssitzungen die Bietenden im Saal stets bei bester Laune hielt.
Pierre Koller war ein Grandseigneur guten alten Stils, ein Kunstfreund mit einem französischen Hang zum Prunkvollen, und vor allem auch ein ausgezeichneter Verkäufer. Von Hause aus Jurist, eröffnete er im Jahr 1958 an der Zürcher Dufourstrasse eine Bildergalerie mit Spezialisierung auf «Equitation». Denn angetan hatte es dem damals 34-Jährigen die Kunst der Pferdedarstellungen. Er sollte sein Hobby zum Beruf machen. Und so erweiterte Pierre Koller zusammen mit seiner Schwester Antoinette, die 1959 zum Unternehmen stiess und einen Blick für Keramik, Silber und asiatische Kunst hatte, das Galerieprogramm rasch. 1961 erfolgte der Umzug an die Rämistrasse 8, wo bald ein stattliches Auktionshaus auf fünf Etagen entstand. International machte sich Pierre Koller einen Namen für die Expertise kostbarer antiker Möbel und Objets d'Art vor allem französischer Provenienz. Die erste Auktion führte er 1960 im Zürcher Kongresshaus durch, als sich ihm die Gelegenheit bot, einige wichtige Sammlungen, darunter eine Uhrenkollektion aus Augsburger Privatbesitz, zu akquirieren. Und so versteigerte Koller an der Rämistrasse bald regelmässig wertvolle Kunstobjekte aller Sparten und immer wieder ganze Kollektionen.
Einen Höhepunkt in Pierre Kollers Vita als Kunsthändler und Auktionator stellte 1995 die Versteigerung einer epochalen Privatsammlung von Napoleonica dar, auf welche sich Koller spezialisiert hatte. Der erste Zuschlag von über einer Million Franken in der Geschichte des Auktionshauses Koller erfolgte 1973 für ein Dora-Maar-Porträt von Picasso. Und einer der letzten unter unzähligen von Pierre Kollers Versteigerungs-Erfolgen am Auktionspult war ein Schreibtisch des berühmten Ebenisten André-Charles Boulle aus dem Jahr 1720, den er im September 2014 im hohen Alter von 90 Jahren für 3 Millionen Franken einem Privatsammler aus London zuschlagen konnte.
wuchsen rasch zu einem kleinen Imperium. 1975 entstand im Schloss Lucens in der französischen Schweiz eine Dépendance für Auktionen, die schliesslich 1980 nach Genf an die Rue de l'Athénée verlegt wurde. Mit «Koller Tiefenbrunnen» versteigerte man ab 1977 auch mittel- und tiefpreisige Kunstgegenstände. Bald erfolgte die Betreuung dieses Segments unter dem Namen »Koller West» an der Hardturmstrasse. 1991 verliess die Galerie Koller die Rämistrasse und richtete ihren Hauptsitz an der Hardturmstrasse in Zürich-West ein, als noch niemand ahnte, dass dort ein Galerien-Mekka entstehen würde. 2004 übergab Pierre Koller seinem ältesten Sohn Cyril die Geschäftsleitung des Familienbetriebs.
Bei Pierre Koller in die «Schule des Handels mit Kunst» sind nicht zuletzt zahlreiche später in Zürich bekannte Galeristen und Auktionatoren gegangen. Der Gründer des heute grössten Schweizer Auktionshauses hatte eine wichtige Schrittmacherfunktion für den Schweizer Kunsthandel inne. Am 23. Juni ist Pierre Koller im Alter von 94 Jahren gestorben.
Dieser Nachruf von Philipp Meier erschien in der NZZ vom 26. Juni 2019.

EINLADUNG ZUM KÜNSTLERGESPRÄCH
Dienstag, 16. Juli 2019 um 19 Uhr
Abendöffnung von 18 bis 21 Uhr
Im Rahmen der Ausstellung:
Junge Künstler der Akademie der Bildenden Künste München
mit Andrej Auch, Jenny Foster, Stefanie Hofer, Steffen Kern, Martin Spengler und Felix Rehfeld
Absolventen und Studenten der Klasse Prof. Karin Kneffel
Ausstellung kuratiert von Dina Renninger

Ort:
Koller Auktionen München
Maximiliansplatz 20, 80333 München
Tel: +49 89 – 22 80 27 66
Ausstellungsdauer noch bis 19. Juli 2019, Öffnungszeiten Mo – Fr. 10 - 17 Uhr
Save the Date
Neue Ausstellungsreihe KOLLERNOW 2019 kuratiert von Dina Renninger
für das Auktionshaus Koller Auktionen, München
3. Ausstellung: Klasse Wermers/Karstiess/Prangenberg:
Eröffnung 10. Oktober 2019
11. Oktober – 15 November 2019
Lina Augustin.
No key, no pressure. 2017/2018.
Acryl und Öl auf Papier.
83 x 62 cm.
KOLLERNOW 2019
Ausstellung junger deutscher Künstler der Akademie der Bildenden Künste München
Koller Auktionen startet in diesem Frühjahr eine neue Ausstellungsreihe in der Münchner Repräsentanz. Mit der neuen Ausstellungsreihe «KOLLERNOW» sollen junge Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zur bayrischen Landeshauptstadt gefördert werden.
Marc Avrel. Blinky da Vinci.
Die Waffe meines Ernstes nach K. Klapheck. 2018.
Mischtechnik.
80 x 50 x 52 cm.
Ralf Dereich.
Sculp019. 2014.
Gips, Pigment und Acryl.
37 x 36 x 36 cm.
In einem von Global Playern dominierten Kunstmarkt haben junge, Aufbauarbeit leistende Institutionen und Galerien einen immer schwierigeren Stand. Für junge Kunstschaffende wird es daher immer aufwendiger, erste Schritte in Richtung Wertschätzung und Marktetablierung zu gehen. Wie entscheidend die Möglichkeit auszustellen gerade zu Beginn einer künstlerischen Karriere ist, hat auch der New Yorker Galerist David Zwirner erkannt: Er schlug vor, junge Galerien auf den Kunstmessen finanziell zu entlasten, um ihnen künstlerische Experimente zu ermöglichen.
Neben den in Zürich stattfinden Auktionen für Zeitgenössische Kunst bietet Koller Auktionen mit «KOLLERNOW» Absolventen und Studierenden der Akademie der Bildenden Künste München die Gelegenheit, neue Werke zu zeigen. Die Kuratorin Dina Renninger lädt hierfür jeweils drei bis fünf Künstlerinnen und Künstler aus den Klassen von Prof. Markus Oehlen, Prof. Karin Kneffel und Prof. Nicole Wermers (ehemals Professur Karstiess/Prangenberg) ein.
In der ersten Ausstellung, die vom 14. März bis 12. April 2019 zu sehen sein wird, werden Marc Avrel, Ralf Dereich, Daniel Man und Lina Augustin – Absolventen und Studierende der Klasse Prof. Markus Oehlen – zu Gast sein. Mit einer spannungsgeladenen Begegnung denkbar unterschiedlicher Konzepte von Malerei, Skulptur und Zeichnung treten diese vier jungen Kunstschaffenden in einen temporären Dialog.
Marc Avrels (*1981) Verständnis des Crossover prägt sein Leben und seine Kunstwerke entscheidend. Mit grosser Radikalität und Leidenschaft verwischt er die Grenzen künstlerischer Disziplinen. Er hinterfragt, kommentiert und reflektiert aktuelle politische, gesellschaftliche, digitale und künstlerische Entwicklungen.
Ralf Dereichs (*1976) Werke entstehen durch spontane und subtile Arbeit. Kunstimmanent, sich auf malerische und bildhauerische Mittel beschränkend, entwickelt der Künstler eine Bildsprache, die universell und einzigartig zugleich ist. Seine Arbeiten eröffnen neue Bildräume und halten den Betrachter durch ihre Vielschichtigkeit und Impulsivität ständig in Bewegung.
Daniel Man (*1969) kommt aus der Graffiti-Szene, seine Arbeiten tragen bis heute die Handschrift der Streetart. Mans farbintensive und pulsierende Werke finden nicht mehr nur im urbanen Raum, sondern auch auf musealer Ebene Anklang.
Lina Augustins (*1986) Werke verbinden auf überzeugende Weise intensive Bilder mit einer einfachen und dabei eindringlichen Sprache. Poesiegeladene Bildwelten eröffnen im Zusammenklang mit Augustins Texten den Betrachtenden die Möglichkeit, eine imaginäre eigene Geschichte zu konstruieren.
Daniel Man.
Total mission. 2017.
Mischtechnik auf Leinwand.
130 x 190 cm.
LUCAS CRANACH D. Ä. UND WERKSTATT
Bildnis des sächsischen Kurfürsten
Friedrich der Weise. 1525.
Öl auf Buchenholz. 38,7 x 25,3 cm.
Ergebnis: CHF 264 000
AUKTIONSNACHBERICHT
Gemälde, Zeichnungen und Grafik Alter Meister und des 19. JahrhundertsMöbel und Dekorative Kunst – Schmuck & Juwelen – Bücher, Buchmalerei & Autographen
Auktionen in Zürich: 26. – 29. März 2019
VERKÄUFE VON ÜBER 100% DES SCHÄTZWERTS UND HOHE ZUSCHLÄGE:
DIE AUKTIONEN DER ALTEN MEISTER UND GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS BEI KOLLER
Die Auktionen der Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts bei Koller in Zürich am 29. März spielten über 100% des Schätzwertes ein. Ein Porträt seines Förderers, des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen, von Lucas Cranach und seiner Werkstatt, erzielte stolze CHF 264‘000, was nahezu eine Verdreifachung der Schätzung darstellt. Arnold Böcklins kraftvoll-dynamischer „Kampf auf der Brücke“ wechselte für CHF 240‘000 den Besitzer.
JAN WELLENS DE COCK
Die Versuchung des Heiligen Antonius.
Öl auf Holz. 27,7 x 37,2 cm.
Ergebnis: CHF 168 000
CARL MORGENSTERN
Venedig mit Blick auf den Dogenpalast
und Santa Maria della Salute. 1863.
Öl auf Leinwand. 54 x 89 cm.
Ergebnis: CHF 72 000
Zu dem weiteren Toplosen zählten eine wiederentdeckte Arbeit von Jan Wellens de Cock, die CHF 168‘000 einbrachte, und eine Arbeit von Gerrit Dou, die CHF 156‘000 realisierte. Unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts wurden für Carl Morgensterns leuchtende Ansicht von Venedig CHF 72‘000 und für die humorvolle Darstellung eines Botanikers auf Schmetterlingsjagd von Carl Spitzweg CHF 114‘000 erzielt
Die Sammlung des niederländischen Filmemachers Jef Rademakers brachte ebenfalls sehr gute Ergebnisse, darunter CHF 90‘000 für eine nächtliche Eislaufszene von Andreas Schelfhout.
Auch die anderen Kapitel des Hauses erzielten in der Auktionswoche starke Verkaufsquoten, und in jeder Auktion wurden bedeutende Einzelzuschläge verzeichnet. Die Auktion für Bücher, Buchmalerei und Autographen vom 26. März etwa offerierte eine prächtig illustrierte Arbeit von Maria Sybilla Merian über die Insekten von Surinam, die ihre Vorverkaufsschätzung mit einem Zuschlag von CHF 132‘000 nahezu verdoppelte. Ein reich illustriertes botanisches Unikat von Johann Simon Kerner wurde – nach langem Bietgefecht – mit CHF 72‘000 für das sechsfache der Schätzung verkauft.
Ausgewählte Highlights
CARL SPITZWEG
Der Schmetterlingsfänger (Botaniker). Um 1836/37.
Öl auf Leinwand.
29,8 x 24,5 cm.
Ergebnis: CHF 114 000
Die Kunst des Stehlens
Marcel Duchamps "Fountain" der 1917 in der Dada-Zeitschrift The Blind Man abgebildet wurde.“Immature poets imitate; mature poets steal” – T.S. Eliot
(Unreife Dichter imitieren; reife Dichter stehlen)
Man geht davon aus, dass der Ursprung der Appropriation Art – eine künstlerische Strömung bzw. ein Verfahren, bei dem vorhandene Bilder oder Objekte aufgegriffen und auf subtile Weise transformiert werden – auf Marcel Duchamps "Readymades" Anfang des 20. Jh. zurückgeht. Readymades sind vorgefertigte Objekte, wie zum Beispiel das auf einem Sockel stehende Porzellanurinal mit der Signatur "R. Mutt" und dem Titel "Fountain", das Duchamp 1917 bei der Ausstellung der Society of Independent Artists in New York einreichte. "Fountain" wurde schließlich als ein bahnbrechendes Werk der modernen Kunst anerkannt, wie bereits 1917 in einem Artikel in der Dada-Zeitschrift The Blind Man festgestellt wurde: "Ob Herr Mutt den Brunnen eigenhändig gemacht hat oder nicht, hat keine Bedeutung. Er hat ihn GEWÄHLT. Er nahm einen gewöhnlichen Alltagsgegenstand aus dem Leben, platzierte ihn so, dass seine brauchbare Funktion durch den neuen Titel und Blickwinkel verschwand und gab diesem Gegenstand somit eine neue Bedeutung ".
Seit jeher haben sich Künstler Ideen und Motive von anderen angeeignet, diese kopiert oder plump gestohlen. Dies jedoch in einer Kultur zu tun, in der der bloße Vorwurf des Plagiats ausreicht, um eine Karriere zu zerstören (Joseph Bidens erster US-Präsidentschaftswahlkampf 1987) und dies darüber hinaus mit dem Ziel zu tun, das Bild in einen neuen Kontext einzufügen oder es komplett in etwas Neues zu verwandeln, ist ein relativ modernes Konzept.
Richard Pettibone(Los Angeles 1938–lebt und arbeitet in New York)
Andy Warhol 'Campbell's Soup Can: Cream of Mushroom Soup'. 1987. Acryl und Serigrafie auf Leinwand.
In seiner "Campbell's soup can" -Serie bringt Richard Pettibone die Appropriation Art auf eine andere Ebene - indem er das bekannte Motiv von Andy Warhol kopiert, der wiederum zuvor selbst das Bild von einer anderen Quelle übernommen hatte. Als Pettibone 1965 zum ersten Mal Warhol traf, amüsierte sich jener über Pettibones kleinformatige Versionen seiner gefeierten Suppendosen. Pettibone bringt es auf den Punkt: "Er kopierte bereits, warum also nicht die Kopie kopieren?". Durch subtile Unterschiede und vor allem dadurch, dass er die Spuren der Hand des Künstlers hinterlässt, die Warhol in seinen eigenen grafisch inspirierten Kompositionen zu verwischen suchte, schafft Pettibone etwas Neues aus Warhols Serie. Gleichzeitig hält er einem Kunstwerk, das sich als Spiegel moderner Realität begreift, seinen eigenen (Zerr-)Spiegel entgegen.
In der Auktion vom 5. Dezember wird auch ein "Campbell's Soup"-Serigrafie von Warhol präsentiert.
Sylvie Fleury(Genf 1961–lebt und arbeitet in Genf)
Concetto spaziale. 1995. Jeans, geschlitzt.
Auktion am 5. Dezember 2020
Verkauft für CHF 5 500
Sylvie Fleury verwendet oft Elemente aus Mode und Haute Couture, um der männlich dominierten Kunstwelt eine genuin feministische Sichtweise entgegen zu setzen. In "Concetto Spaziale" ersetzt Fleury Lucio Fontanas berühmte zerschnittene Leinwand durch blauen Denim. Damit nimmt sie Bezug auf den Modekult der zerrissenen Jeans und rückt gleichzeitig das ikonische Bild ins neue Licht der Konsumgesellschaft.
Banksy(Bristol 1974 – lebt und arbeitet u.a. in England)
Love Welcomes Mat.
Multiple. Fussmatte und Überreste einer Schwimmweste.
Auktion am 5. Dezember 2020
Verkauft für CHF 6 250
Banksy ist vielleicht der berühmteste lebende Aneignungskünstler, der mit seinen "Love Welcomes Mat" die Tradition von Duchamps Ready-mades fortführt. In diesem Werk verwendet er die Überreste einer Schwimmweste in Kombination mit einer handgestickten Willkommensmatte, die von Frauen in Flüchtlingslagern hergestellt wurde, um auf die Notlage von Migranten aufmerksam zu machen. Banksy untergräbt oft die Bildaussagen bekannter Gemälde mit sarkastischem Humor oder verwendet Bilder berühmter Meisterwerke wie Vermeers "Mädchen mit einem Perlenohrring" (umgewandelt in "Girl with a Pierced Eardrum" - Mädchen mit einem durchbohrten Trommelfell), um eine dezidierte Antikriegs- bzw. Anti-Establishment-Botschaft zu vermitteln. Er ist in dieser Auktion auch mit "Rude Copper", seinem frühesten kommerziell veröffentlichten Siebdruck, vertreten.
Die Szene ist imaginär, aber die Schmetterlinge sind real
Carl Wilhelm de Hamilton (1668–1754)Gegenstücke: Waldstück mit Eichhörnchen und Insekten /
Waldstück mit Schleiereule. Öl auf Leinwand. Je 72 x 56 cm.
Auf den ersten Blick scheinen die drei Gemälde von Carl Wilhelm de Hamilton (Brüssel 1668–1754 Augsburg) in der Auktion vom 25. September (Lose 3071 und 3074) reizvolle Darstellungen des geschäftigen Lebens auf einem Waldboden zu sein: Eichhörnchen, Schlangen, Schnecken und Eidechsen suchen inmitten einer Fülle von Blattpflanzen und Pilzen nach Nahrung. Aber ein Aspekt dieser Werke macht sie verblüffend einzigartig: Die Schmetterlinge waren ursprünglich echte, auf die Leinwand geklebte Exemplare.
Diese Gemälde zeigen de Hamilton als Vertreter eines Genres, das zur Mitte des 17. Jahrhunderts vom niederländischen Maler Otto Marseus van Schrieck (ca. 1613–1678) entwickelt und danach als Waldbodenstillleben oder Sottobosco bekannt wurde. Marseus lebte am Stadtrand von Amsterdam in einer sumpfigen Gegend, die als «Land der Schlangen» bekannt war. Er verbrachte einen grossen Teil seiner Zeit damit, Reptilien, Amphibien und Insekten zu beobachten und zu fangen. Der Künstler soll dabei so passioniert vorgegangen sein, dass seine Frau behauptete, die Schlangen begännen, für ihn zu posieren!
Marseus war offenbar an den wissenschaftlichen und natürlichen Aspekten dieser bodennahen Population ebenso interessiert wie an ihrem Potenzial für seine Malerei. In jener Zeit wurden wissenschaftliche Theorien in der gesamten gelehrten Gesellschaft debattiert und diskutiert. Darunter auch der damals weit verbreitete Glaube an die spontane Erzeugung, der besagt, dass bestimmte Tiere und Pflanzen, insbesondere «niedere Wesen» wie Schlangen, Kröten und Pilze, aus unbelebter Materie entstehen können – so etwa Maden aus verrottendem Fleisch.
Detail des obigen Bildes, das zeigt, wie die Schmetterlinge heute erscheinen...Der Maler und Wissenschaftsdilettant Marseus überschritt die Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst, als er die pigmentierten Schuppen von echten Schmetterlingsflügeln, den sogenannten «Schmetterlingsstaub», auf seine Leinwand klebte. Dabei benutzte er einen weissen, wahrscheinlich auf Blei basierenden Klebstoff, den er auf eine flügelförmige Fläche wie eine Imprimitur auf die Leinwand auftrug. Dann wurden die Flügel auf diese Fläche gepresst, wodurch die Schuppen haften blieben. Der weisse Hintergrund verstärkte die schimmernden Farben, der Effekt muss bezaubernd gewesen sein. Durch das Verblassen der Farben erscheinen die Flügel mit den Schmetterlingsschuppen heute weiss, es sei denn, sie wurden übermalt.
... und die Farben, die sie ursprünglich gehabt haben mögen.Einer der zahlreiche Anhänger, die wesentlich zur Verbreitung des von Marseus etablierten Sottobosco-Genres beitrugen, war Carl Wilhelm de Hamilton. Er wanderte von Belgien nach Deutschland aus, wo er in mehreren Städten als Hofmaler arbeitete. Der Kunsthistoriker V. E. Mandrij konnte durch mikroskopische Untersuchungen der vorliegenden Werke Überreste der von Hamilton aufgetragenen Schmetterlingsschuppen sowie einige farbige Lasuren nachweisen, die der Künstler wohl hinzufügte, um die Bereiche zu vervollständigen, in denen Schuppen fehlten. Hamilton ahmte auch Marseus’ Technik nach, bei der statt eines Pinsels echte Flechten und Moose verwendet wurden, um diese Vegetation darzustellen.
Ein interessanter Aspekt sowohl von Marseus’ als auch von Hamiltons Werk ist, dass trotz der offensichtlichen symbolischen Möglichkeiten, die solche Kompositionen bieten (das griechische Wort für Schmetterling, Psyche, bedeutet auch «Seele», so dass eine Schlange oder eine Kröte, die einen Schmetterling schnappt, eine moralisierende Welt beschwört), die Künstler anscheinend mehr daran interessiert waren, echte Tiere und Pflanzen ohne jede verborgene Bedeutung darzustellen. Damit stellten sie einen intimen Moment auf dem Waldboden nach – oder schufen ihn mit künstlerischen Mitteln neu.
Das Werk von Marseus und seinen Anhängern geriet in der Folge fast völlig in Vergessenheit. Erst mit Damien Hirsts Installation «In and Out of Love» aus dem Jahr 1991 tauchten wieder echte Schmetterlinge in der Welt der Kunst auf.
Hinter der Leinwand: Liebe und Skandal im Georgianischen Grossbritannien
Seymour Dorothy Fleming (1757–1818) als Lady Worsley.Porträt von Joshua Reynolds, 1776 (Detail).
Harewood House Trust, Yorkshire.
Das Porträt von John Lewis Fleming (1779–1836) das in unserer Auktion vom 25. September angeboten wurde (Los 3083) ist nicht nur wegen seiner Zuschreibung an Sir Thomas Lawrence, einen der grössten britischen Porträtmaler, von Interesse, sondern auch wegen Flemings Verbindung zu einer der berühmtesten Frauen im England des späten 18. Jahrhunderts: seiner Gemahlin, Seymour Dorothy Fleming (1757–1818).
Seymour Fleming, eigensinnige Erbin eines kleinen Vermögens, heiratete im Alter von 17 Jahren Sir Richard Worsley. Dieser stammte aus einer alten aristokratischen Familie und brauchte grösseren Reichtum, um seine Position in der Londoner Gesellschaft zu verbessern. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, Robert Edwin, doch Lady Worsley fühlte sich bald vernachlässigt und begann eine Reihe von Affären, darunter eine Liaison mit einem Nachbarn und engen Freund ihres Mannes, Captain George Maurice Bissett. Die Beziehung zu Bissett wurde bald ernst, im August 1781 gebar Lady Worsley eine Tochter, deren Vater angeblich Bissett war. Im November 1781 brannte die junge Mutter mit ihrem Geliebten durch. Dies war für die damalige Zeit ein kühner Akt – die meisten Damen ihres Standes hätten die Affäre einfach weitergeführt, während ihre Ehemänner ein Auge zudrückten, wie es Worsley offenbar bis dahin getan hatte. Insgeheim hoffte sie wohl, dass ein solch kühner Schritt ihren Ehemann davon überzeugen würde, ihr die Scheidung zu gewähren.
Ein satirischer Druck aus dem Jahr 1782, der die Erniedrigung von Lord Worsley verspottet, als ihm nur ein Schilling Schadenersatz zugesprochen wurde.Radierung herausgegeben von Hannah Humphrey.
© The Trustees of the British Museum.
Doch der erhoffte Effekt bliebt aus. Wütend über den öffentlichen Verrat durch einen Freund, verklagte Worsley Bissett wegen eines so genannten kriminellen Gesprächs auf Schadenersatz für die Verführung seiner Frau. Darüber hinaus weigerte er sich, Seymour die Scheidung zu gewähren und verlangte als Genugtuung die beispiellose Summe von 20.000 Pfund, die Bissett finanziell ruiniert hätte. Worsley schien dank Briefen und Zeugenaussagen gute Argumente zu haben, aber Seymour war so leicht nicht zu besiegen. Sie nahm die juristische Herausforderung an, wenn auch etwas rücksichtslos: Während des Prozesses enthüllte sie intime Details aus dem Privatleben des Paares, wobei Zeugen Episoden von Sir Richards Voyeurismus und der Ermutigung seiner Frau zur Untreue berichteten. Sie hatte Erfolg: Statt 20.000 Pfund zahlten die Geschworenen Worsley die demütigende Summe von einem Schilling und machten ihn damit zum Gespött ganz Englands. Einer Hetzjagd durch die Presse entzog er sich durch eine ausgedehnte Reise in den Nahen Osten.
Aber auch Seymour wurde zu einer gesellschaftlichen Aussenseiterin. Niemand in der damaligen höfischen Gesellschaft des Königreichs konnte sich mit jemandem verbünden, der wie sie seine skandalösen Taten so offen ausgebreitet hatte. Viele ihrer früheren Freunde und auch ihre Familie mieden sie. Doch erneut weigerte sich Seymour, sich ihrem Schicksal zu ergeben. Zusammen mit anderen Damen in ähnlicher Lage wurde sie Teil der Demimonde, die unter dem Namen «New Female Coterie» zusammenkam. Bissett verliess sie schliesslich, da es keine Möglichkeit einer Heirat gab, denn Worsley unterzeichnete erst sechs Jahre nach dem Prozess ein Trennungsabkommen mit der Klausel, dass Seymour England für vier Jahre verlässt. Sie zog nach Paris, wo Frauen mit ihrem Ruf gesellschaftlich besser akzeptiert waren, doch schon ein Jahr nach ihrer Ankunft brach die Revolution aus. Von den Wirren der Zeit mitgerissen, verbrachte Seymour wahrscheinlich einige Zeit in einem französischen Gefängnis, bevor sie 1797 sehr krank und in prekärer finanzieller Lage nach England zurückkehrte.
Sir Thomas Lawrence (zugeschrieben) (1769–1830).Bildnis von John Lewis Fleming (1779–1836).
Öl auf Leinwand. 76,5 × 63,8 cm.
Verkauft für CHF 25 000.
In dieser Zeit lernte Seymour John Louis Hummell, geborener Cuchet, kennen und verliebte sich in ihn. Hummell war ein aus Genf stammender Musiker, der als eine Art Wunderkind bereits mit neun Jahren vor König Georg III. und Königin Charlotte auftrat. Ihr Altersunterschied war beträchtlich, aber es scheint eine echte Zuneigung zwischen den beiden gegeben zu haben. Als Worsley 1805 starb und Seymour schliesslich in den Besitz seines Anwesens gelangte, heirateten sie. Hummell änderte seinen Namen in John Lewis Fleming und Seymour nahm ihren Mädchennamen wieder an. Der Musiker Hummell fühlte sich zwar in gehobenen Kreisen wohl, war aber nicht adlig geboren. Das vorliegende Porträt wurde höchstwahrscheinlich von Seymour beim damals populärsten Porträtmaler in Auftrag gegeben – als eine Art Werbung für die Ankunft ihres neuen Ehemannes in der Gesellschaft.
1818 stirbt Seymour und Fleming erbt ihr Vermögen. Zwei Jahre später heiratet er Ernestine Jeanne Marie de Houdetot (1796–1836), eine französische Adlige. Deren gemeinsame Tochter heiratete den Berner Patrizier Dyonis Bernhard Friedrich Friedrich von Graffenried (1815–1886), wodurch das Gemälde in die Schweiz kam; seither verblieb es in derselben Familie. Der letzte Wunsch von John Lewis Fleming war es, neben seiner ersten Frau, Seymour Dorothy Fleming, auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise begraben zu werden.
Eine Zeitkapsel für den «goût Rothschild»
Ein Blick auf das Interieur des Hôtel Salomon de Rothschild. Der vorhandene Tisch ist links in der Mitte zu sehen.Der table d’accouchée, der in unserer Auktion vom 24. September angeboten wird (Los 1050), gehörte Adèle de Rothschild (1843–1922) und damit einer Vertreterin einer der wohlhabendsten Familien der Geschichte. Der Sammel- und Dekorationsgeschmack der Rothschilds, die ihr Vermögen vor allem durch Bankgeschäfte erlangt haben, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als «goût Rothschild» bekannt. Ihre palastartigen Häuser im Stil der Renaissance waren mit einer exzellenten Auswahl an meist französischen Antiquitäten, Goldschmiedearbeiten, schweren Stoffen und geschnitzten Boiserien gefüllt. Damit setzte die Familien einen neuen ästhetischen Standard, den spätere wohlhabende Dynastien wie die Rockefellers, Vanderbilts, Duponts und Gettys nachahmten.
1862 heiratete Adèle de Rothschild in Paris ihren Cousin Salomon de Rothschild (1835–1864), der nur zwei Jahre später an einem Herzinfarkt starb. Salomons unstetes Wesen und seine finanzielle Extravaganz sorgten für Verwerfungen mit dem Rest der Familie. Gleichwohl war er ein engagierter und leidenschaftlicher Sammler, der vor allem in den zwei Jahren nach seiner Heirat mit Adèle eine beeindruckende Kollektion hochwertiger Bücher, Fotografien, Gemälde und Skulpturen sowie Kunst und Kunstgewerbe des Nahen Ostens zusammentrug. Nach dem Tod ihres Mannes führte die erst 21-jährige Adèle für das nächste halbe Jahrhundert ein eher zurückgezogenes Leben, obwohl es einige Belege dafür gibt – nicht zuletzt Rechnungen über beträchtliche Mengen an Cognac und Zigarren –, dass sie weiterhin ein aktives, wenn auch sehr selektives soziales Leben in ihrer Residenz führte. Sie unterstützte zeitlebens die Kunst und war eine frühe Mäzenin des tschechischen Malers Alfons Mucha. So ermöglichte sie dessen ersten Aufenthalt in den Vereinigten Staaten im Jahr 1904.
Ab 1872 beaufsichtigte Adèle den Bau eines grossen Herrenhauses im Pariser Stadtteil Monceau, des Hôtel Salomon de Rothschild, in dem die Sammlungen ihres verstorbenen Mannes sowie die ihres Vaters Mayer Carl von Rothschild untergebracht und ausgestellt werden sollten. Der jetzt angebotene Tisch gehörte zur prachtvollen Ausstattung des Hôtel Rothschild und ist ein typisches Beispiel für die hohe Qualität der legendären Möbelsammlungen der Rothschilds. Der table d’accouchée ist eine von mehreren neuen französischen Möbelformen, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts aufkamen. In ihnen spiegelt sich der Trend in der Regentschaft Ludwigs XV. weg von der exponierten Lebensweise in Versailles in den Epochen zuvor hin zu intimeren Privatwohnungen. Der obere Teil ist dazu bestimmt, im Bett als Lesepult, Schreibtisch oder Esstablett genutzt zu werden.
Das Hôtel Salomon de Rothschild, aus dem das Möbelstück stammt, beherbergt heute auf Wunsch von Adèle de Rothschild eine Stiftung, die sich den Künstlern und der Kunst widmet. Ein Raum wurde in der Tradition der Kuriositätenkabinette sorgfältig erhalten und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit seinen über 400 Kunstwerken ist er ein hervorragendes Beispiel für den «goût Rothschild» und zugleich eine faszinierende Zeitkapsel aus einer Epoche, in der betuchte Sammlerinnen und Sammler ihre Leidenschaft für aussergewöhnliche Kunstobjekte auslebten.
25 BÄUME FÜR DIE JUGEND
Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ feiert sein 25-jähriges Bestehen und setzt ein nachhaltiges Zeichen. Anlässlich des Jubiläums werden 25 Bäume gepflanzt. Sie stehen damit sinnbildlich für die Förderung der politischen Partizipation und politischen Bildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit der Gründung des DSJ.
Nehmen Sie an der Auktion der 25 Bäume über Koller Auktionen teil und unterstützen Sie die Schweizer Jugendpolitik! Gebote können ab dem 5. Oktober 2020 auf unserer Website-Seite «ibid online only» abgegeben werden. Der Verkauf ist am 23. Oktober 2020.
Erfahren Sie hier mehr über den DSJ.
Hundertwasser – Künstler, Architekt, Umweltaktivist
Das Quixote Winegut, Napa Valley, Kalifornien.Foto: Treve Johnson
Carl Doumani, Besitzer des in Bau befindlichen Weingutes Quixote in Napa Valley, Kalifornien, präsentierte seinem Architekten Friedensreich Hundertwasser voller Stolz seine neueste Errungenschaft: Säulen, die vom Künstler mit Kacheln verziert worden waren und den Transport von Deutschland trotz ihrer Zerbrechlichkeit allesamt unbeschadet überstanden hatten. Hundertwasser begutachtete seine Säulen, nahm einen Hammer zur Hand und zerschlug eine Säule mit den Worten: “Wenn sie nicht sehen, dass wir gebrauchtes Material benutzten, dann erkennen sie es auch nicht.”
Die Hingabe zur Imperfektion, so typisch für Hundertwasser (1928-2000), geht auf seine profunde und gleichzeitig intime Beziehung zur Natur zurück. Bekannt als ikonoklastischer Maler und Architekt, wäre Hundertwasser ebenso gerne als ruhehloser Umweltaktivist in Erinnerung geblieben. Als Vorreiter auf diesem Gebiet hat er nie den Kampf aufgegeben, die Natur in unser alltägliches Leben zu integrieren. Umso mehr noch sieht er den engen Kontakt zur Natur als essentiell für die physische und mentale Gesundheit.
Friedensreich Hundertwasser (1928–2000)Der gelbe Platz - Flugplatz. 1958.
Aquarell mit Lack auf Packpapier, mit Kreide grundiert.
Verkauft für CHF 195 000.
Seine Kindheit in Wien wurde durch den Aufstieg der Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg überschattet. Obwohl oder gerade weil seine Mutter Jüdin war, gab er sich als Katholik aus, um der Verfolgung und dem Schicksal vieler seiner Verwandten zu entgehen. Er fand Trost in der Natur, und für den Rest seines Lebens führte er Krieg gegen die "gottlose und unmoralische" gerade Linie, die in der Natur abwesend und nur allzu präsent in den Militärparaden seiner Jugend war.
Die Spannung zwischen Natur und dem unnatürlichen Versuch der Menschen, dieser ihren Willen aufzudrängen, ist in Hundertwassers Kunst, Architektur und Texten zu jeder Zeit präsent: in seinem 1958 erstmals publizierten “Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur” fordert er, dass man Schimmel und Rost in seiner Wohnung willkommen heissen sollte, denn “das Leben zieht ins Haus, und durch diesen Prozess können wir bewusster Zeugen architektonischer Veränderungen werden, von denen wir viel lernen können.”
In dem vorliegenden Werk “Der gelbe Platz – Flugplatz” von 1958, ist diese Spannung in der Komposition, die durch eine horizontale Linie geteilt wird, offensichtlich. In der oberen Bildhälfte wird der Natur ihre verdiente Bedeutung zugesprochen, symbolisiert durch eine vollständige mit Grün umwucherte Spirale. Die Harmonie der oberen Hälfte ist in der unteren durch die gebrochene Spirale, von Menschen gemachte Konstruktionen wie z.B. rauchende Fabriken und die generelle Atmosphäre der Unvollständigkeit auf brutale Weise abwesend.
Die Spirale war massgebend in Hundertwassers Sicht der Welt. "Ich bin überzeugt, dass sich der Schöpfungsakt in Form einer Spirale vollzogen hat", schrieb er. "Unser ganzes Leben verläuft in Spiralen".
Für Hundertwasser ist ein zu Hause – ebenso wie die Welt insgesamt -, das keinen Platz für Natur lässt, einfach unbewohnbar. Mit Hilfe seiner Kunst, Architektur und seinem Engagement widmet er sein gesamtes Leben der Verbreitung und Bereitstellung von Räumen und Orten, in denen die Menschen nicht nur leben, sondern in Harmonie mit der Natur neue Wege beschreiten können.
Kommende Auktionen:
5. Dezember – Grafik & Multiples
5. Dezember – PostWar & Contemporary
Kataloge
Chamberlain und César
John Chamberlain (1927–2011)Kiss #14. 1979.
Bemalter Stahl. 68,5 x 59,5 x 61 cm.
Verkauft für CHF 526 000.
Die Skulpturen des amerikanischen Bildhauers John Chamberlain (1927–2011) und die des Franzosen César (1921–1998) werden oft derselben künstlerischen Stilrichtung zugeschrieben. Doch so ähnlich sie auf den ersten Blick erscheinen, so unterschiedlich sind doch sowohl der künstlerische Prozess als auch die philosophische Idee, die hinter den Werken stecken.
Chamberlains frühester Einfluss waren die Arbeiten der ersten Generation der Abstrakten Expressionisten, und dort besonders die des Bildhauers David Smith, aber auch die Gemälde von Franz Kline und Chamberlains Freund und Mentor Willem de Kooning. Die Idee, gebrauchte Autos zu verwenden, kam ihm Mitte der 1950er Jahre während eines Besuchs bei seinem Freund, dem Maler Larry Rivers, der Teile eines 1929er Fords in seinem Hinterhof in Long Island liegen hatte. Chamberlain fuhr unzählige Male über die rostigen Einzelteile, um sie dann zu seiner ersten Auto-Skulptur “Shortstop” zu formen.
Shortstop bedeutete eine Sensation in der Kunstwelt und machte Chamberlain schon zu Beginn der 1960er Jahre zu einem Star. Später sagte er über seine frühen Skulpturen: Ich stellte fest, dass ich mit einer gewissen Spontaneität arbeitete. Ich versuchte, den oberen Teil (einer Skulptur) an der unteren Hälfte zu befestigen, aber wenn ich ihn an der richtigen Stelle platzierte, verband er sich an drei verschiedenen Stellen, so dass er mir sagte, wie ich ihn zusammensetzen sollte“. Diese Aussage beschreibt treffend einen entscheidenden Aspekt in seinem künstlerischen Vorgehen – bei Chamberlains Skulpturen handelt es sich um Collagen, die wiederum den Einfluss der Surrealisten zeigen, von denen viele Abstrakte Expressionisten ihre Inspiration nahmen. Für Chamberlain, aber auch für de Kooning und Pollock, war der Entstehungsprozess ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als das Werk selbst oder die verwendeten Materialien.
César (César Baldaccini) (1921–1998)Compression Evian. 1990.
Kompression mit unterschiedlichen Plastikflaschen.
30 x 21 x 21 cm. Unikat.
Verkauft für CHF 8 700.
César gehörte den Nouveaux Réalistes an, die sehr eng dem Dadaismus, dem Vorläufer der Surrealisten, verbunden waren. Er stammte aus sehr bescheidenen Verhältnissen und begann gebrauchte und gefundene Objekte zu nutzen, da er keinen Zugang zu teuren Materialien hatte. Aber die Bestandteile seiner Skulpturen, wie auch bei seinen Künstlerkollegen, hatten meistens eine politische und/oder soziologische Bedeutung. Seine hier dargestellte “Compression Evian” ist ein offener Kommentar zu unserer Konsumgesellschaft. Chamberlain dagegen verweigert, abgesehen von der offensichtlichen Assoziation von Autos als Symbol Amerikas, in seinem Werk jegliches politische Statement. Die Abstrakten Expressionisten waren in gewisser Weise viel egozentrischer als andere Gruppen, und genau diese eigene Ernsthaftigkeit provozierte die Nouveau Realisten bei jeder Gelegenheit, sich darüber lustig zu machen: so wie mit Niki de Saint Phalles “shooting paintings”, bei denen Künstler auf an die Leinwand befestigte Farbbeutel schiessen und somit ein Ready-Made im Stil von Pollocks Drip Paintings kreieren konnten.
Ein weiteres herausstechendes Merkmal in Chamberlains Arbeiten ist die Farbe. Neben den überwiegend monochromen Skulpturen der 1950er Jahre wirkten Chamberlains strahlende, glänzende Farben wie eine Explosion im damaligen Kunstmarkt. Zu Beginn nutzte er die originale Farbigkeit der Autoteile, später aber zögerte er nicht, Farbe vor und nach der Bearbeitung hinzuzufügen oder durch Schaben und Kratzen den gewünschten Effekt zu erzeugen. Obwohl Farbe auch für César von grosser Bedeutung war, fällt es doch schwer sich vorzustellen, wie er seine gefundenen Objekte übermalt oder überarbeitet.
César (César Baldaccini) (1921–1998)Compression.
Blech, bemalt. 31 x 31 x 16 cm.
Verkauft für CHF 24 700.
Eines haben Chamberlain und César dann aber noch gemeinsam, und zwar, dass sie – wie viele andere Künstler – vor allem mit einem Stilmerkmal immer assoziiert werden. Beide waren hochbegabte Künstler, die experimentiert haben und immer wieder die Grenzen der Kunst ausgetestet haben – Chamberlain hat in den 1960ern sogar Untergrundfilme wie Warhol gedreht – aber in der öffentlichen Wahrnehmung stehen sie nur für eins: gepresste Skulpturen. Vielleicht werden zukünftige Retrospektiven zu einem grösseren und offeneren Verständnis dieser beiden Künstler und der überaus spannenden Zeit führen, in der sie wirkten.
Kommende Auktionen:
5. Dezember – Grafik & Multiples
5. Dezember – PostWar & Contemporary
Kataloge
Andy Warhol, Filmemacher im Underground
Das Albumcover des Soundtracks zu "Blood for Dracula".Andy Warhol wurde einmal auf einer Party gefragt, während er seine allgegenwärtige Kamera hielt: «Warum fotografieren Sie ständig Menschen?» Warhol starrte den Gast, der eine Zigarette in der Hand hielt, einen Moment lang an und antwortete dann: «Warum rauchen Sie?»
Zeitlebens fasziniert vom fotografischen Bild, drehte Warhol Hunderte von Filmen, die ersten in jener Zeit nach 1963, als er in die legendäre New Yorker «Factory» einzog. Seine ersten Filme waren Stumm- und Schwarzweissfilme, die er mit seiner einfach ausgestatteten 16-mm-Bolex-Kamera drehte. Aus dieser Zeit stammen der sechsstündige Film «Sleep», der eine Person zeigt, die eine ganze Nacht lang schläft, sowie «Kiss», «Haircut» und 1964 eine erste, noch unvollendete Version von «Dracula», die er mit dem Underground-Filmer Jack Smith anfertigte.
Eine Szene aus Warhols "The Chelsea Girls" (1966) mit Nico und Ondine.Mitte der 1960er-Jahre hatten es Warhols Filme in der New Yorker Underground-Szene zu gewissem Erfolg und Publicity gebracht. Einige Produktionen aus dieser Zeit gelten inzwischen als Klassiker, so etwa «The Chelsea Girls» (1966), eine Serie von zwölf 33-Minuten-Filmen, die in verschiedenen Zimmern des Chelsea Hotels gedreht wurden und von Newsweek «Der Ilias des Underground» genannt wurden. Warhols Regiekarriere endete 1968, als die vormalige Factory-Bewohnerin Valerie Solanas den Künstler mit drei Schüssen zu ermorden versuchte. Paul Morrissey, Warhols wichtigster Filmassistent seit 1965, übernahm die Regie und brachte die von Warhol produzierten Filme schliesslich einem viel grösseren Publikum näher.
Udo Kier wird grün in "Blood for Dracula".Das Dracula-Motiv entstand für Morrissey, der auch bei «Andy Warhols Dracula» (1973/74) Regie geführt hatte. In «Blood for Dracula», so der spätere Titel, treten der deutsche Schauspieler Udo Kier und der Amerikaner Joe Dallesandro auf, der in vielen Warhol/Morrissey-Filmen Rollen übernahmen, so in «Flesh for Frankenstein». Die Dreharbeiten zu «Dracula» begannen nur wenige Tage nach der Fertigstellung von «Frankenstein», wobei die Schauspieler kürzere Haarschnitte bekamen, um ihre neuen Rollen spielen zu können. «Dracula» wurde in Deutschland und den USA mit gemischten Kritiken aufgenommen, ist inzwischen aber zu einem Kunstkinoklassiker geworden und enthält trotz seiner Low-Budget-Ästhetik des «Trash» einige wunderschön gedrehte Szenen.
Andy Warhol (1928–1987)Dracula. 1981.
Farbsiebdruck mit Diamantstaub.
TP 2/30, Trial Proof ausserhalb der Auflage von 200. Unikat.
Verkauft für CHF 116 000 (Rekordpreis).
Warhol nahm das Dracula-Porträt von Udo Kier 1981 in seine «Mythen»-Reihe von Ikonen der Populärkultur auf. Der hier angebotene Siebdruck ist ein einzigartiger Probedruck und unterscheidet sich deutlich von anderen Probedrucken und der endgültigen Ausgabe durch seine leuchtenden Farben und die Verwendung von Diamantstaub. In der endgültigen Fassung verschmilzt die grau-schwarz getönte Figur fast mit dem dunklen Hintergrund. Der Film mag im Wesentlichen Morriseys Werk sein. Aber die Aneignung und Umwidmung eines klassischen Elements aus der Popkultur, wie im vorliegenden Siebdruck, ist Warhols autonome künstlerische Leistung.
Kommende Auktionen:
5. Dezember – Grafik & Multiples
5. Dezember – PostWar & Contemporary
Kataloge
Eine Perlenkette im Wert eines Stadtpalastes
Elizabeth Taylor mit einer ihrer Naturperlen-Halsketten.Während Jahrtausenden gehörten Naturperlen zu den wertvollsten Objekten, die man besitzen konnte. Überliefert ist die Legende, nach der Kleopatra mit ihrem Gefährten Marcus Antonius wettete, dass sie zehn Millionen Sesterzen für ein einziges Abendessen ausgeben könnte, indem sie eine ungewöhnlich grosse Naturperle in Essig auflöste und trinken würde. 1917 erwarb Pierre Cartier einen Stadtpalast an der Fifth Avenue in New York, heute als «Cartier Mansion» bekannt, mit einer doppelsträngigen Naturperlenkette, die damals 1 Million Dollar wert war.
Das in unserer Auktion vom 2. Juli angebotene Perlen- und Diamantcollier wurde von einem Zürcher Juwelier 1919 mit 100’000 Schweizer Franken bewertet – was heute etwa 1 Million Franken entspricht –, wie die Originalrechnung belegt. Doch nur wenige Jahre nach dem Tauschhandel von Cartier und dem Kauf der Zürcher Halskette hatten die Perlen nur noch einen Bruchteil ihres früheren Wertes. Was verursachte diesen dramatischen Wandel auf dem Perlenmarkt?
Chinesische Perlentaucher aus der Enzyklopädie Tiangong Kaiwu, 1637.Der hohe Wert von Naturperlen gründete in ihrer extremen Seltenheit. Es dauert Jahre, bis in einer Muschel eine Perle heranwächst, und dieser Prozess findet nur bei etwa einer von 10’000 Muscheln statt. Perlentaucher mussten in Tiefen von bis zu 40 Metern tauchen, um eine möglicherweise perlengefüllte Muschel zu bergen, was gefährlich und zeitaufwändig war. Aus diesem Grund waren Perlen als exklusive Attribute reich verzierter Anhänger, Ohrringe und Halsketten den «oberen Zehntausend» vorbehalten.
Verschiedene Arten von Zuchtperlen. Foto © GIA.Im Jahr 1921 kamen zum ersten Mal Zuchtperlen auf den internationalen Markt, nachdem Kokichi Mikimoto und anderen bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Japan die Zucht gelungen war. Natürliche Perlen entstehen, wenn eine Molluske eine schützende Perlmutt-Schicht um einen winzigen Fremdkörper oder Verletzung bildet. Bei Zuchtperlen wird der Reizstoff von Menschen eingebracht, was zu einer viel effizienteren Produktion und erschwinglicheren Preisen führt. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren waren Zuchtperlen endlich für die Mittelschicht zugänglich. Dass sie von Prominenten wie Jackie Kennedy und Marilyn Monroe getragen wurden, machte sie umso begehrenswerter.
Naturperlen-Diamant-Collier, um 1919.89 im Verlauf aufgezogenen, runden und semi-runden, cremefarbenen Naturperlen von ca. 4 – 7,2 mm Ø.
Mit Original-Kaufrechnung von Eugen Keller, Dezember 1919.
Verkauft für CHF 16 000.
Heute ist es möglich, einen der ehemals grössten Schätze der Welt – eine Halskette aus Naturperlen – zu erwerben und sich daran zu freuen, was einst nur wenigen Privilegierten vergönnt war.
Kommende Auktionen:
29. September – Schmuck (online only)
Kataloge
Refugien: die Gärten der Künstler
Fabio Sidler
Max Liebermann am Wannsee-Garten um 1922.© Max-Liebermann Gesellschaft.
Nach den ersten Lockerungen der Massnahmen zur Eindämmung von Covid19 las man von einem besonderen Ansturm auf die Gartencenter. Es war allgemein sehr auffällig, dass die Pflege des Gartens neben dem Kochen wohl die beliebteste Beschäftigung war während den in den meisten Teilen der Welt geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Garten gilt schon immer auch als ein Refugium, ein Rückzugsort. Diese Bedeutung des Gartens zeigt sich auch deutlich in der europäischen Kulturgeschichte. Ab dem 15. Jahrhundert wurde um Florenz die Villenkultur nach antikem Vorbild wiederbelebt. Fernab der Stadt schufen sich die Medici und viele andere mächtige Händler und Politiker prächtige Landsitze mit gepflegten Gartenanlagen, die man heute als die Renaissancegärten bezeichnet. Ausserhalb der Stadt schuf man sich Orte, an denen man sich mit den Intellektuellen aus Literatur, Kunst und Philosophie austauschte. So treffen sich in Boccaccios Dekameron zehn Jugendliche an einem solchen Ort, um sich in der Isoliertheit vor der grassierenden Pest zu schützen, und um sich mit Erzählungen die Zeit zu vertreiben.
Auffällig ist, wie sich auch viele bedeutende Künstler des Impressionismus und der Klassischen Moderne private Landsitze und schöne Gärten anlegen liessen. Das wohl bekannteste Beispiel ist der Garten Monets in Giverny. Das Anfang dieses Jahr erschienene Buch von Jackie Bennett, Die Gärten der Künstler (Gerstenberg, 2020), zeigt über 20 Gärten, weltberühmter Künstler. Sie sind Inspirationsquelle, Freiluftatelier und geheimer Rückzugsort. Viele dieser Orte kann man heute noch als Bestandteil von Museen öffentlich besichtigen.
In unseren Auktionen vom 19. Juni und 3. Juli bieten wir einige schöne Beispiele von Ansichten solcher Gärten an:
Max Liebermann (1847–1935) Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden. 1918.
Öl auf Karton. Verkauft für CHF 488 000.
Max Liebermann
1909 erwirbt Max Liebermann das Grundstück am Wannsee, sein liebevoll genanntes "Schloss am See" mit Villa und Gartenhaus. Die Blumenterrasse sowie der Nutzgarten vom Sommerhaus am Wannsee ist motivischer Dreh- und Angelpunkt für eine grosse Serie von Gartenbildern, die wesentlich das Spätwerk des deutschen Impressionisten prägen. Die Gartenanlage lässt Liebermann mit beratender Assistenz vieler Fachleute und in Zusammenarbeit mit Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, kontinuierlich ausbauen und schafft so nach eigenen Ideen sein persönliches Freiluftatelier. Ab 1914 nutzt er die neue Inspiration intensiv und die Vielfalt der Motive mit der ständig wechselnden Bepflanzung, den farbigen Blumen, dem satten Grün der Wiese und der Bäume und den diversen Sichtwinkeln ist endlos. Vom Garten entstehen rund 200 Gemälde und etliche Zeichnungen, die von allen Himmelsrichtungen aus die Pracht des Gartens zeigen. Es erstaunt nicht, dass sich Liebermann gerade in den Jahren des Ersten Weltkriegs und der Grossen Depression um 1923 gerne hierher zurückzog.
Henri Martin
Nach 10 Jahren auf der Suche nach dem perfekten Landhaus kauft Henri Martin im Jahr 1900 im Alter von 40 Jahren das aus dem 17. Jahrhundert stammende grosse Haus Marquayrol im Dorf Labastide du Vert im Lot im Südwesten Frankreichs. Das Haus und die Region werden zu Martins Sommerurlaubsort, wo er sich zwischen Mai und November aus der Grossstadt Paris zurückzieht, um die Gelassenheit der Natur zu geniessen.
Pierre-Auguste Renoir (1860–1943)Dans le jardin des Collettes à Cagnes. Um 1910.
Öl auf Leinwand. Verkauft für CHF 360 000.
Pierre-Auguste Renoir
1907 kauft Renoir das Anwesen "Les Collettes" in Cagnes am Mittelmeer in der Nähe von Nizza. Im Herbst 1908 zieht er dorthin um. Das Anwesen mit seinem malerischen Bauernhaus, seinen Oliven- und Orangenhainen und dem Ausblick auf die hügelige Landschaft bietet dem Künstler wichtige Motive für seine späten Landschaften. In diesen gelingt es Renoir, ein ähnlich silbernes Licht zu erzeugen wie es Camille Corot, den er sehr verehrt, in seinen Landschaften Frankreichs um 1850 darstellt. Das hier angebotene Gemälde ist ein besonders schönes Beispiel, stimmig abgeschlossen und daher im Gegensatz zu vielen anderen späten Landschaften handsigniert.
Albert Marquet
Während des Zweiten Weltkriegs bleiben Albert und Marcelle Marquet in Algier: 1941 kaufen sie etwas ausserhalb der Stadt ein Landstück namens Djenan Sidi Saïd, welches Marcelle mit "Garten des glücklichen Herrn" übersetzt.
Kommende Auktionen:
4. Dezember – Impressionismus & Klassische Moderne Kunst
4. Dezember – Schweizer Kunst
5. Dezember – PostWar & Contemporary, Grafik & Multiples
Kataloge
Piraten, Pietät und Macht:
Das unglaubliche Schicksal der Werkstatt Roentgen, die es beinahe nie gegeben hätte.
Ein Missionsschiff der Herrnhuter Brüdergemeinde aus dem 18. Jh.Abraham Roentgen reiste mit dem Schiff in Richtung Neue Welt, um sich in der englischen Kolonie North Carolina ein neues Leben aufzubauen. Man schrieb das Jahr 1737, als sich der deutschstämmige Möbelmacher entschied, das traute Heim zugunsten seiner Missionarsberufung für die Herrnhuter Brüdergemeinde hinter sich zu lassen, obwohl seine Frau noch an den Folgen einer Fehlgeburt litt und eine vielversprechende Berufskarriere als Möbelmacher für die englische Oberschicht in London lockte. Die Überfahrt nahm jedoch eine dramatische Wendung als spanische Piraten das Schiff, auf dem Abraham Roentgen unterwegs war, attackierten und es zu einem Nothalt an der irischen Küste zwangen. Roentgen kehrte gezwungenermassen zu seiner Frau zurück und ging wieder seiner gewohnten Tätigkeit als Möbelmacher in Deutschland nach.
Werkstatt Abraham und David Roentgen.Fein intarsierter Mehrzwecktisch. Neuwied, um 1765/68.
Verkauft für CHF 73 000.
Abraham (1711–1791) und sein Sohn David Roentgen (1743–1807) etablierten trotz anfänglicher Widrigkeiten (oder gerade dank jenes schicksalhaften Piratenüberfalls) das erfolgreichste europäische Möbelmachergeschäft des 18. Jahrhunderts. Als sich die Herrnhuter Brüdergemeinde auf Einladung des Grafen von Neuwied 1750 in der gleichnamigen Stadt niederliess, ergriff Abraham Roentgen die Gelegenheit, um sein Geschäft ebenfalls im Umfeld seiner Glaubensgemeinschaft zu installieren, wo es ein halbes Jahrhundert lang florierte.
Zu den besonderen Privilegien, die der Graf der Bruderschaft gewährte, gehörten Ausnahmen von der Beschränkung der Zahl der Arbeiter in einer bestimmten Werkstatt sowie von der strikten Arbeitsteilung zwischen den Zünften. Diese Freiheiten ermöglichten Roentgen ein schnelles Wachstum, das nicht zuletzt auf seine hochprofessionalisierten Möbelspezialisten zurückzuführen war. Unter der Leitung des Meisterebenisten kümmerten sich die Fachleute um die Herstellung der Möbelkörper und Schnitzereien, gedrechselten Elemente und Bronzemontierungen. Roentgen behielt so die vollständige Kontrolle über die Qualität der handwerklichen Ausführung seiner Produkte.
Roentgens Möbel stiessen beim deutschen Adel auf Gefallen und reges Interesse. Der Ebenist verband nicht nur modische Formen mit technischer Finesse. Vielmehr schuf er – wie im vorliegenden Beispiel – kleine Gesamtkunstwerke, die er mit feinsten Einlegearbeiten und einer ausgeklügelten Mechanik ausstattete. David trat als Jugendlicher in die Werkstatt seines Vaters ein und trug mit ihm zusammen zur weiteren Verbreitung ihres tadellosen Rufes bei.
Durch die Wirren und ökonomischen Nachwirkungen des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) sahen sich die Roentgens gezwungen, nach neuer Kundschaft Ausschau zu halten. Ihr Augenmerk fiel auf London, wo sie zwar keine Werkstatt etablieren konnten, jedoch teure exotische Edelhölzer für sich entdeckten.
Die kostenintensiven Einkaufstouren sowie eine von der Nachfrage unabhängige, spekulative Möbelfabrikation lösten bei ihrer Geldgeberin, der Herrnhuter Brüdergemeinde, Unbehagen aus. Dies hatte für David sogar den Ausschluss aus der religiösen Gemeinschaft und einen Finanzierungstop zur Folge.
Das "Neuwieder Kabinett", das teuerste Möbelstück des 18. Jahrhunderts.© Foto: Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin. Fotograf: Stephan Klonk
Um sich aus dieser Krise zu retten, wagte David eine riskante und zugleich innovative Idee: Durch die Abhaltung einer Lotterie soll sein Luxusmöbellager aufgelöst werden. Auftrieb erhielt diese Idee durch den Umstand, dass die europäische Elite einem ausgesprochenen Hang zum Glücksspiel nachging. David veranlasste trotz der Missgunst der Herrnhuter eine Werbetour durch alle grossen deutschen Städte, um Werbung zu machen für den Verkauf seiner «Neuwieder Arbeiten», den absoluten Luxusartikeln für die Obrigkeit. Als Hauptgewinn lockte ein wunderbares Chinoiserie-Bürokabinett mit integrierter Carillon-Uhr.
Und tatsächlich fand die Lotterie statt: 1769 in Hamburg und sie wurde zu einem wahren Erfolg. Sämtliche Lotterielose konnte er verkaufen und so gelangte die Roentgen-Manufaktur abermals europaweit in aller Munde.
In den darauffolgenden 30 Jahren verkaufte David Roentgen seine Kreationen an die mächtigsten Monarchen, was einen Nachahmeffekt bei der wohlhabenden Obrigkeit und den Adligen des Hofes auslöste. Die Strategie ging vollends auf und gab Roentgen den nötigen Aufwind, um selbstbewusst Marie-Antoinette, Louis XVI. und Katharina die Grosse seine massgeschneiderten und kostenintensiven Entwürfe anzubieten, ohne dass ein Auftrag der jeweiligen Regenten eingegangen wäre.
Friedrich Wilhelm II., König von Preussen, bestellte bei Roentgen ein Bürokabinett für 12’000 Goldthaler – vermutlich das teuerste Möbelstück des 18. Jahrhunderts.
Porträt von David Roentgen, um 1785-90.Roentgen-Museum, Neuwied
Unser Harlekin-Tisch, der in der Möbelauktion vom 18. Juni versteigert wird, zeugt vom Einfallsreichtum und der unverkennbaren Handwerkskunst der Roentgens. Es spiegelt eindrucksvoll den Geschmack der herrschenden Klasse in der Zeit der Aufklärung. Am Ende seiner Karriere versöhnte sich David Roentgen, dem Beispiel seines Vaters folgend, mit der Herrnhuter Brüdergemeinde. Sein diplomatisches Geschick und seine wichtigen Kontakte stellte er gelegentlich in den Dienst des Preussischen Hofes. Sein künstlerisches Erbe sollte als Vorbild für die Möbelhersteller des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus weiterleben.
Kommende Auktionen, Möbel & Dekorative Kunst:
24. September 2020 – Möbel & Porzellan
Kataloge
Viele Gebote und gute Ergebnisse bei Kollers Online-Auktionen trotz der aktuellen Umstände
Die Coronavirus-Krise hat die Online-Bieter nicht davon abgehalten, sich mit Begeisterung an Kollers "ibid online only"-Auktionen zu beteiligen. Bei den Versteigerungen, die am 31. März und 1. April endeten, wurde ein Gesamtergebnis von weit über 100% der angegebenen Schätzungen erzielt. Da den vielen, auch internationalen Kunden keine Möglichkeit zur persönlichen Besichtigung der Auktionsobjekte geboten werden konnte, entschied sich Koller für eine Verschiebung der grossen, ebenfalls im März geplanten Saalauktionen. Die Online-Auktionen aber konnten stattfinden.
Die Ergebnisse für die zu moderaten Preisen offerierten Auktions-Objekte waren trotz der nicht durchgeführter Vorbesichtigung ausgezeichnet. Dies sogar in jenen Bereichen, in denen in den letzten Jahren eine eher zurückhaltendere Nachfrage zu verzeichnen war: Die Versteigerung von antiken Möbeln übertraf die Erwartungen ebenso wie die Auktionen für Bücher, Porzellan und Silber. Besonders erfreulich waren die Ergebnisse für Gemälde alter Meister Zwei Werke - ein Familienporträt der Emilianischen Schule und ein Apostelkopf eines Nachfolgers von Anthonis van Dyck – erzielten mit 45 000 CHF bzw. 34 000 CHF ein Vielfaches der Ausrufpreise.
Vielleicht war die momentane Krise aber auch ein Grund für die guten Verkäufe: «Ich muss Ihnen noch für die perfekte Organisation der Auktion gratulieren», schrieb ein Käufer uns nach der Versteigerung. «Sie hat meiner Frau und mir erlaubt trotz "Hausarrest" ein paar spannende Stunden zu erleben.»
Seit 2018 führt Koller regelmässig “ibid online only“-Auktionen durch, die neben den Hauptauktionen auch online eine grosse Bandbreite an attraktiven Werken bieten. Sie haben sich nicht nur bei Kollers Stammkundschaft etabliert, sondern auch bei einer neuen Generation von Sammlern. Der transparente Prozess, der einfache Zugang zu hochauflösenden Bildern und Zustandsberichten sowie die direkte Beratung durch die Spezialisten machen diese Plattform zu einem beliebten Medium, um auf eine reiche Palette von Objekten zugreifen und bieten zu können, von Kunst und Design bis hin zu Wein, Mode & Vintage.
HIGHLIGHT-VIDEOS, WINTER-AUKTIONEN 2024
MONET IN DER MORGENDÄMMERUNG DES IMPRESSIONISMUS
"DIE GEBURTSSTUNDE DER NEUEN MALEREI".
Claude Monets Gemälde aus dem Jahr 1875 ist ein Zeugnis der entscheidenden frühen Jahre der Gruppe von Malern, die als Impressionisten bekannt werden sollten.
PAUL SIGNAC ENTWICKELT EINEN EIGENEN STIL
"Signac zeigt eine ganz eigene Interpretation der frühimpressionistischen Malweise dieser Zeit".
In diesem Frühwerk demonstriert Paul Signac eindrucksvoll den spezifischen Stil, der ihn zu einem der bedeutendsten Künstler seiner Zeit machen sollte.
GUSTAVE LOISEAU, MEISTER DER FARBE
"Voller winziger Farbexplosionen"
Loiseau demonstriert einen virtuosen Umgang mit Farbe und pastosem Duktus, um diese glitzernde Winterlandschaft zu schaffen.
DER HÖHEPUNKT DES LUXUS IM SPÄTEN 19. JAHRHUNDERT
GLANZ UND RAFFINESSE
Machen Sie einen Rundgang durch diese faszinierende Sammlung, die das Beste des Luxus des späten 19. Jahrhunderts versammelt: exquisite vergoldete Bronzen, raffinierte Marketerie und die Kunst der französischen Möbel- und Uhrenherstellung in ihrer schönsten Form. Die Auktion findet am 28. November statt.
EIN 600 000 JAHRE ALTES RAUBTIER
"Eine schöne Geschichte eines kampferprobten Veteranen"
Dr. Dennis Hansen und Christian Link untersuchen eine "sehr grosse Kätzchen" von vor langer Zeit.
EIN OBERSCHENKELKNOCHEN DES T. REX
"ES IST ETWA SO, ALS WÜRDE MAN EINE UNBESCHÄDIGTE GRIECHISCHE VASE FINDEN, ABER NACH 66 MILLIONEN JAHREN".
Ein sehr gut erhaltener Oberschenkelknochen eines Tyrannosaurus rex ist das Thema dieses Gesprächs zwischen Dr. Dennis Hansen und Christian Link.
EINE SELTENE CHANCE, EIN STÜCK GESCHICHTE DER WELTRAUMFORSCHUNG ZU BESITZEN
ASTRONAUT GENNADY PADALKAS WELTRAUM-UHR
Christian Link präsentiert die Omega Speedmaster Uhr und den Orlan Weltraumhandschuh, die der Astronaut Gennady Padalka im Weltraum getragen hat.
EINE UHR, DIE IM WELTRAUM WAR
OMEGA SPEEDMASTER UND UNTERSCHRIEBENER ORLAN-HANDSCHUH
In diesem Clip von Gennady Padalka kann man sehr deutlich sehen, wie er die Omega Speedmaster trägt, die in unserer kommenden Auktion präsentiert wird, während er im Weltraum schwebt.
LOVE YOUR PLANET | GERRY HOFSTETTER
EIN KÜNSTLER AUF DER STÄNDIGEN SUCHE NACH DEM EXTREMEN ERLEBNIS
Ein kurzer Beitrag über den Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter, dessen Kunstdruck "Love Your Planet" in der kommenden Auktion "Out of This World" zugunsten des Projekts "SOS World Tour 2025" verkauft wird.
HIGHLIGHT-VIDEOS, SEPTEMBER-AUKTIONEN 2024
STOMERS DRAMATISCHES ABENDMAHL
"DIE GANZE KOMPOSITION LÄDT EINFACH EIN".
Matthias Stomers brillante Darstellung des Abendmahls in Emmaus ist ein herausragendes Beispiel für den Einfluss von Caravaggio in der nordeuropäischen Malerei.
DER MANN, DER EXOTISCHE VÖGEL IN DIE VIKTORIANISCHEN SALONS BRACHTE
"Er hat ein Verfahren gefunden, das den Geschmack seines Publikums unmittelbar getroffen hat".
Die Werke des Ornithologen John Gould, der zusammen mit seiner Frau Bände mit farbenprächtigen Illustrationen exotischer Vögel herausgab, sind Meisterwerke der Begegnung zwischen Wissenschaft und Kunst.
DAUMIERS SCHATTENANWALT
"DER KÜNSTLER ERZÄHLT UNS HIER EINE GESCHICHTE".
Die Beweggründe und Techniken hinter diesem faszinierenden Werk von Honoré Daumier werden von Hagen Garhöfer und Karoline Weser erläutert.
HIGHLIGHT-VIDEOS, JUNI-AUKTIONEN 2024
CUNO UND FERDINAND
EIN FASZINIERENDES PORTRÄT VON FERDINAND HODLER
Zum ersten Mal konnten zwei Versionen eines historischen Porträts von Ferdinand Hodler von Cuno Amiet nebeneinander verglichen werden.
A beautiful watch: Patek Philippe ref. 1518
A PIECE OF WATCHMAKING HISTORY
Watch expert Alexander Kostmann presents the Patek Philippe reference 1518 from circa 1950 in our 17 June auction and explains why it is considered a crown jewel for watch collectors.
REITER VOR DER EWIGKEIT
ROMANTISCHE LANDSCHAFT MIT REITERN: MARIANNE VON WEREFKIN
Jara Koller präsentiert eines ihrer Lieblingswerke in der Auktion, eine Landschaft mit Reitern von Marianne von Werefkin.
'ARTEMIS' THE FOREST DWELLER
A 150-million-year-old sprinting herbivore
Christian Link and Yolanda Schicker-Siber present this astonishingly complete and beautiful skeleton of a Dryosaurus, and discuss what it may actually have looked like back in the Jurassic period.
DOROTHY IX: MANOLO VALDÉS
EIN MONUMENTALES MEISTERSTÜCK
Clarisse Doge stellt uns die Technik und Philosophie hinter diesem monumentalen Werk eines der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler vor.
EXISTS TO DESTROY, DESTROYS TO EXIST
TWO AUTHENTIC H. R. GIGER 'ALIEN' ARTEFACTS
In the 'Out of This World IV' auction, a vintage 1978 'Alien' hand and a 2017 'Alien' puppet will be offered. Christian Link tells their stories.
A REAL PIECE OF THE MOON
GIANT LUNAR METEORITE
This moon meteorite of over 2 kilos is a rare and fascinating piece of Earth's only natural satellite.
LIGHTNING TURNED TO GLASS
FORKED FULGURITE
When lightning strikes sand, it very rarely turns it into glass, in a shape which the ancients called 'Zeus's beard'. Yolanda Schicker-Siber and Christian Link discuss a piece that is extremely rare due to its large size.
STUNNING GEMS
RUBIES, DIAMONDS AND SAPPHIRES
Koller's jewellery specialist discusses some of the highlights in the June auction with Christian Link.
SELTENE VOGELKÄFIGUHR MIT WALZENSPIELDOSE UND AUTOMAT
Lot 1232 - Decorative Arts - Donnerstag, 21. September 2023, 10.00 Uhr
Solche Vogelkäfigautomaten entstanden vielfach als Zusammenarbeit verschiedener spezialisierter Uhrmacher und Automatenbauer aus Neuenburg und dem Jura. Sie sind Zeugen grossartiger Fertigkeit und erfreuten sich in der Zeit zwischen 1780 und 1840 grosser Beliebtheit. Von den bedeutendsten Uhrmacherdynastien sind die Familien Robert, Jaquet-Droz, Frédéric Leschot, Maillardet, Fochat und Bruguier zu nennen. Andere wie François Nicole und Charles-Frédéric Nardin waren auf die Herstellung von Musikdosen spezialisiert. Die aus dieser Zusammenarbeit entstandenen Luxusobjekten wurden häufig über in Genf ansässige Produzenten und Verkäufer, wie der hier signierende Jean-François Bautte (1772–1837), an den europäischen Adel sowie nach China, Russland und in den osmanischen Raum verkauft. Die Gründung der Firma Bautte & Moynier geht auf das Jahr 1791 zurück, als sich der Gehäusemacher Jean-François Bautte mit dem Uhrmacher Dauphin Moulinié zusammenschlossen. Die Firma wurde 1804 durch den Eintritt des Uhrmachers Jean-Gabriel Moynier erweitert und firmierte danach als Moulinié, Bautte & Moynier, fabrique d'horlogerie. Das Luxus-Unternehmen beschäftigte ca. 60 Arbeiter und produzierte Uhren sowie Schmuck in höchster Qualität. Bautte wurde zu einem der bedeutendsten Uhrenhändler in Genf. Nach dem Weggang von Moulinié um 1824 wurde der Name auf Bautte & Moynier geändert.
Extrem seltene und grosse Goldemail-Taschenuhr
Lot 2824 - Extrem seltene und grosse Goldemail-Taschenuhr
Veigneur Frères, mit 1/4-Repetition und Automat für den Chinesischen Markt, ca. 1790.
Verkauft für CHF 12 500 (inkl. Aufgeld)
Ein Gemälde aus dem Goldenen Zeitalter
Karoline Weser, unsere Spezialistin für Alte Meister, präsentiert eine Landschaft von Salomon van Ruysdael, einem der bedeutendsten Künstler des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei.
Astronomische Präzision
Die minutiöse Präzisionsarbeit einer faszinierenden astronomischen Uhr wird von Stephan Koller, Spezialist für Möbel und Dekorative Kunst, enthüllt.
KAISERLICHE TEMPELFIGUR
Eine seltene, ausdrucksstarke Figur einer tantrische Gottheit
Regi Preiswerk, Expertin für asiatische Kunst bei Koller, präsentiert eine bedeutende Tempelfigur aus der Kangxi-Periode. Erfahren Sie mehr über diese schrecklich anmutende Figur und ihre überhaupt nicht schreckliche Bedeutung im tantrischen Buddhismus.
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THEODOROS STAMOS
“Wäre ich nicht Maler geworden, wäre ich Gärtner geworden”
Silke Stahlschmidt, Leiterin der Abteilung PostWar & Contemporary, präsentiert das faszinierende Gemälde “Very low sun box” von 1964/65 des Abstrakten Expressionisten Theodoros Stamos. Sie erklärt wie Stamos durch das gekonnte Zusammenspiel von Farbe und Komposition, ein Bild erschafft, dass ungeheure Kraft ausstrahlt.
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PRÄCHTIGE PALASTWAND
Ein bedeutendes kaiserliches Objekt aus China unter dem Hammer
Die beeindruckend geschnitzte Palastwand wurde Recherchen zu Folge sehr wahrscheinlich für die Räumlichkeiten der Kaiserwitwe Cixi (1835–1908) angefertigt. Die beidseitig kunstvoll durchbrochene Wand ist ein charakteristisches Beispiel für die Innenausstattung der kaiserlichen Paläste der Qing-Zeit. Aus Peking sind zwei weitere vergleichbare Objekte mit oktogonaler Türöffnung bekannt: ein Raumteiler befand sich im Yiluandian Palast, wurde aber 1901 bei einem Brand vollständig zerstört. Die zweite Wand befindet sich in einem Wohngebäude im westlichen Teil der Verbotenen Stadt. Bei der hier ange botenen Trennwand handelte es sich um das einzige je auf dem weltweiten Kunstmarkt angebotene Kunstwerk dieser Art. Für 940’000 Franken gelangte es nun in asiatischen Besitz.ARTMYN
ARTMYN, ein Startup aus EPFL/LCAV, bietet eine bahnbrechende Lösung für die präzise Digitalisierung von Kunstwerken mit interaktivem Rendering auf mobilen Geräten, zugänglich über einen einfachen Webbrowser. Ein einzigartiger tragbarer Scanner erfasst Gigabytes von Daten, welche die Kunstwerke in seinen feinsten Details beschreiben und zusammen mit proprietären Webtechnologien einer True-to-Life-Visualisierung resultiert. Diese völlig neue Erfahrung ermöglicht es den Benutzern, sich auf eine emotionale Reise zu begeben, auf welcher die digitalen Kopien geradezu in realistischer Weise betrachtet werden können, ganz so als halte man die Originale in den eigenen Händen.
Entdecken Sie diese neue Technologie hier
ÜBER KOLLER AUKTIONEN
Koller ist das führende Schweizer Auktionshaus mit Repräsentanzen in München, Düsseldorf, Florenz, und Beijing. Pro Jahr führt Koller über 80 Auktionen in 20 Fachbereichen durch. Das Spektrum an Sammelgebieten erstreckt sich dabei von Asiatica, Alter und Zeitgenössischer Kunst, Antiquitäten, Bücher, bis hin zu Schmuck und Armbanduhren. Regelmässig erzielt Koller Rekordpreise und kann sich eines international breit gefächerten Bieterpublikums erfreuen. Mit einem Team ausgewiesener Experten für jedes Fachgebiet vereinigt das Familienunternehmen die Vorteile eines international tätigen Auktionshauses mit Schweizer Effizienz und Verlässlichkeit.
















